Ksc schlägt sich aus 1:3-loch: spätes 3:3 gegen dresden versöhnt, aber ärgert
Der Karlsruher SC wollte nach zwei Siegen in Serie endlich durchstarten, stattdessen lag er nach 44 Minuten 1:3 gegen Dynamo Dresden zurück und taumelte dem nächsten Heimdebakel entgegen. Dann schlug die Stunde von Marvin Wanitzek, der in der vierten Minute der Nachspielzeit den zweiten Elfmeter verwandelte und ein 3:3 rettete, das die BBB-Behälter-Fans zwischen Ekstase und Frust schwanken ließ.
Christian eichner: „wir haben die erste halbzeit verschlafen“
Trainer Christian Eichner schüttelte nach Abpfiff den Kopf: „Das war ein unfassbares Gefühlskarussell. In der ersten Halbzeit waren wir träge, die Leitung nach hinten viel zu lang. Dynamo spielte mit einer Leichtigkeit, als wäre es ein Trainingsspiel.“ Besonders der frühe Rückstand durch Niklas Hauptmann (3.) und das 0:3 durch Ben Bobzien (44.) bissen sich fest. Eichner: „So einen Doppelpack kassieren wir uns aus dem Nichts. Danach schaut jeder erstmal auf die Uhr und hofft, dass die Halbzeit endlich kommt.“
Die Kabine brodelte. Eichner schrie nicht, er erinnerte seine Profis daran, dass die 2. Liga Spiele wie diese eben deshalb spannend macht. Sein Plan: frühes Tor, dann Druck. Louey Ben Farhat traf postwendend (68.), plötzlich spielte nur noch der KSC. Die Schanzer-Anhänger rasten, Dresden verbarrikadierte sich, Schiedsrichter Osmers pfiff zweimal Strafstoß. Wanitzek verwandelte beide – 2:3, dann 3:3. In der 94. Minute dachten alle an den Sieg, doch Ben Farhats vermeintliches 4:3 fiel aus Abseits.

Robin himmelmann: debüt zwischen applaus und vorwürfen
Im Mittelpunkt stand auch Robin Himmelmann. Der 37-jährige Ersatzmann durfte wegen der Gelbsperre von Hans Christian Bernat endlich ran, kassierte aber drei Gegentore vor der Pause. „Beim ersten Gegentor ist er zu weit vor seinem Tor, da muss man einschreiten“, sagte Eichner offen, schützt seinen Keeper trotzdem: „In der zweiten Hälfte hält er uns mit einer Glanzparade im Spiel. So ein Debüt kann man sich nicht aussuchen, aber er trinkt heute Abend sicher ein Glas Wein und weiß, dass er Teil des Aufschwungs war.“
Die Statistik spricht Bände: Der KSC kassierte in dieser Saison bereits sieben Gegentore in den letzten zehn Minuten vor der Pause – nur der SC Paderborn ist schläfriger. Eichner klang trotzdem erleichtert: „Wir haben gezeigt, dass wir mit dem Rücken zur Wand nicht aufgeben. Das zahlt sich langfristig aus, auch wenn wir heute zwei Punkte liegen ließen.“

Dresden entwischt dem ksc erneut
Für Dynamo ist das Remis ein Stich in den Auswärtskampf. Trainer Markus Kauczinski witterte nach der 2:0-Führung bereits den ersten Auswärtssieg seit Oktober, musste dann aber zusehen, wie sein Team die letzte Linie tiefer stellte und kaum noch entlastete. „Wir haben die letzte Viertelstunde komplett vergessen, wie man Fußball spielt“, sagte er. „Aber ein Punkt auf dem Betzenberg ist trotzdem wertvoll.“
Der KSC bleibt Tabellenfünfter, vier Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsplatz. Schon am Freitag geht es nach Kiel, wo sich zeigt, ob die späte Moral von Dauer ist oder nur ein einmaliger Adrenalinschub war. Eichner warnt: „Wenn wir unsere erste Halbzeit in Kiel wiederholen, bekommen wir eine Packung, da hilft kein Elfmeter mehr.“
