Ksc nach derby-desaster: fürth-spiel wird zur zerreißprobe für eichners gehirntruppe

Der Karlsruher SC taumelt ins nächste Fegefeuer. Nach dem 0:3 auf dem Betzenberg droht dem Team von Christian Eichner beim Freitagabendspiel gegen Greuther Fürth die nächste Demütigung – und mit ihr der endgültige Knick in einer ohnehin schon wackeligen Saison.

Stephan Ambrosius spricht es aus, was viele denken: „Wir sind keine Top-Mannschaft.“ Der Innenverteidiger, erst seit Januar ausgeliehen vom FC St. Gallen, klingt dabei weniger wie ein Profi als wie ein Realist. Die Klatsche in Kaiserslautern war kein Ausrutscher, sondern ein Spiegel. „Manchmal verschlafen wir Halbzeiten“, sagt er und meint damit nicht nur die 45 Minuten nach der Pause am Betzenberg, sondern ganze Spieltage.

Eichner zockt mit der akzeptanz der fans

Die Zahlen sind gnadenlos: Seit sieben Partien wartet der KSC auf einen Sieg, nur ein Punkt aus den letzten fünf Spielen. Der Wildparkstadion-Boden, einst Festung, bebt jetzt vor Wut. „Die Mannschaft hat die Sympathie verloren“, sagt Eichner und verspricht Besserung. Was er nicht sagt: Er steht selbst auf Abruf. Intern wird bereits über Nachfolger spekuliert, sollte der Trend nicht stoppen.

Fürth kommt als „Mannschaft der Stunde“ – drei Siege in Folge, neun Punkte aus den letzten neun möglichen. Die Franken haben sich aus dem Keller gearbeitet, während Karlsruhe mit jedem Spiel tiefer rutscht. Eichner nennt es „Kopfsache“, doch genau dort hapert es. Die automatismen, die ihn zur U19-Meisterschaft verhalfen, funktionieren bei den Profis nicht. Zu viele Jungspieler, zu wenig Führung. Ambrosius ist auf einmal Mentor, obwohl er selbst erst 26 ist.

Burnic fehlt, die mitte bröckelt

Burnic fehlt, die mitte bröckelt

Mit Dzenis Burnic fehlt gegen Fürth der einzige Sechser, der in Lautern noch halbwegs Ordnung brachte. Eichner muss umbauen, wahrscheinlich auf ein 4-1-4-1 mit Rouwen Hennings als einsamer Spitze. Die Alternative: ein 3-5-2, das aber die Flügel offen lässt für Fürths Tempodribbler Afif. Was auch immer er wählt, es riecht nach Notlösung.

Die Franken haben nichts mehr zu verlieren. Für sie geht es ums reine Überleben, für Karlsruhe um den Anschluss an die Aufstiegsränge. Die Tabelle lügt nicht: Bei einer Niederlage wäre der Rückstand auf Platz drei bereits neun Punkte. Die Saison wäre dann nicht gerettet, sondern gelaufen.

Ambrosius redet vom Spiegel, den man sich morgens anschauen muss. „Wenn du sagen kannst, du hast alles gegeben, ist es okay.“ Die Frage ist nur: Was, wenn man sich selbst nicht mehr glaubt? Dann helfen auch 50.000 Zuschauer nicht. Dann ist Freitagabend nur noch eine Show – und der KSC die traurige Hauptrolle.