Krösche sitzt auf dem pulverfass: eintracht-trainer riera wackelt, millionen-transfers platzen
Markus Krösche redet die Krise klein, doch im Mainzer Nieselregen zerplatzte die letzte Illusion: Die Eintracht spielt sich nicht nur aus der Europa-League-Platz-Ränge, sie spielt sich aus der Realität. Platz sieben als „normal und ordentlich“? Im Verein lachen darüber inzwischen nur noch die Bilanzen – und selbst die werden blass.
Riera-experiment droht zu implodieren
Albert Riera war Krösches Zocker-Zug, out-of-the-box, ein Spanier ohne Bundesliga-Wörterbuch, dafür mit dem Selbstbewusstsein eines Coaches, der in Ljubljana Titel geholt hat. Sechs Wochen später steht der 42-Jährige vor dem Exitus. Intern beschweren sich Profis über seine Drill-Sergeant-Methoden, extern schmilzt die Punkteausbeute. Die angebliche „tiefgehende Bestandsaufnahme“ in der Länderspielpause war ein Krisengipfel im Tarnanzug: Kein Saison-End-Benchmark, versprach Krösche, sondern Bewertung „des Spiels“. Das Problem: Das Spiel sieht aus wie ein Fahrplan, der in Richtung 12. Platz führt.
Die Transferbilanz des Sportvorstands gleicht einem Aktiencrash, den kein Investor mehr auffängt. Elye Wahi kostete 25 Millionen Euro Ablöse, lief 18 Mal ein, schoss vier Tore – in Nizza. Ritsu Doan und Jonathan Burkardt fräsen mit ihrer Gehaltsmasse Löcher in die Kasse, ohne Löcher in die gegnerischen Netze zu brennen. Die Sechser-Position ist seit 2023 ein Leerstellen-Puzzle: Dahoud, Skhiri, ein Dutzend Leih-Notlösungen. Kein Ballgewinner, kein Strukturgeber, kein Plan.

Der sommer wird zum sprengstoff
Krösche kündigte im Aufsichtsrat an, künftig „jünger, günstiger, kreativer“ einzukaufen – Code für: Wir hamstern wieder, nur diesmal mit Rabattmarken. Nathaniel Brown ist Top-Verkaufskandidat, Hugo Larsson kokettiert mit dem Abgang, Jean-Mattéo Bahoya gilt als Paket-Schnäppchen. Dina Ebimbe und Nkounkou kehren von Leihen zurück, die keiner bestellt hat. Torhüter-Frage offen, Abwehr-Frage offen, Trainer-Frage offen. Das Frankfurter Personal-Puzzle hat 1000 Teile, aber kein Bild.
Die Fans rufen nicht nach Blut, sie rufen nach Kohärenz. Doch Kohärenz sieht anders aus als ein Sportvorstand, der sich mit Boulevard-Gerüchten über mögliche vorzeitige Trennung konfrontiert sieht und sich dann erst recht in den Bunker zurückzieht. Krösche mag „mittel- oder langfristig“ denken, der Ligakonkurrent denkt schon morgen. Wenn der Sechste bis Neunte nur drei Punkte trennen, trennt den Eintracht-Manager von seinem Selbstverständnis nur ein einziger Sieg – oder eine einzige Niederlage mehr.
Die steife Brise wird zum Orkan, und der Sportchef hält noch immer den Regenschirm statt der Schleuder. Aber selbst Schirme haben ein Limit, wenn der Sturm heißt Relegation.
