Kreuzband-aus für smits: sport-union neckarsulm verliert ihre seele

Munia Smits fällt aus, das steht fest. Der Kreuzbandriss im linken Knie trifft die Sport-Union Neckarsulm mitten ins Herz – und das nur Minuten nach dem 38:28 gegen die TuS Metzingen.

Die 26-jährige Kapitänin landete in der 53. Minute nach einem Sprungwurf auf dem Hallenboden, blieb liegen, klopfte sich die Schienbeinrolle ab. Es sah nach einem Stolperer aus, war aber ein Moment, der Saison und Karriere durcheinanderwirbelt.

Die diagnose: vorderes kreuzband gerissen, innenband und meniskus mitbetroffen

Die MRT-Untersuchung bestätigte, wovor Spielerinnen und Staff die ganze Nacht bangten. Thomas Zeitz wird auf seine Führungsspielerin monatelang verzichten müssen. „Munia ist unser Kompass auf und neben dem Feld“, sagte der Coach gestern. „Wir werden taktisch umbauen müssen, aber vor allem menschlich wird ihre Präsenz fehlen.“

Das Timing ist brutal. Smits hatte sich 2023 einen Knorpelschaden im rechten Knie erkämpft, monatelang Reha absolviert und sich mit Eisenspannung zurückgekämpft. Nun schon wieder Krücken, wieder Kraftkammer, wieder Fragezeichen statt Spieltag.

Personalnot verschärft sich

Personalnot verschärft sich

Mit Kamila Kordovska weiter auf Geburtsstation und links Außen Lena Degenhardt angeschlagen, steht der Kader plötzlich auf dünnem Eis. Managerin Nadine Staffeldt bestätigte laufende Vertragsgespräche mit „einer erfahrenen Spielerin aus dem skandinavischen Raum“. Name und Verein bleiben bis zur Unterschrift geheim, doch es brodelt.

Die Liga ist gnadenlos. Die nächsten Gegner: Bietigheim auswärts, dann Buxtehude daheim. Ohne Smits verliert Neckarsulm nicht nur Tore – sie verliert Stimme, Siegeswillen, eine Spielerin, die in der 55. Minute noch die Jüngeren anschreit, wenn die Fokussiese schwindet.

Für Smits beginnt die zweite Reha binnen zwei Jahren. Sie selbst twitterte gestern Nacht nur ein schwarzes Herz-Emoji. Keine Worte nötig. Die Botschaft ist klar: Der Weg zurück beginnt jetzt, wieder. Die Sport-Union muss indes vor allem nach vorne schauen, sonst verflüchtigt sich der Play-off-Traut schon im Herbst.