Löwen-frankfurt: pokels offensive war die lahmste der liga – jetzt droht der nächste krimi
Die Löwen haben die zweitwenigsten Tore der DEL geschossen – und das soll sich nächste Saison wiederholen? Trainer Tom Pokel spricht von „Flow“, die Statistik nennt es Torflaute. Frankfurt bangt um Schlagkraft.
Der november-coach und das verpasste timing
Tom Pokel kam, sah – und klickte erst spät. Seine Spielphilosophie benötigte, so gesteht er selbst, „etwas Zeit“. Zu viel Zeit. Als das Team sieben Wochen vor Saisonende endlich die Kurve kriegte, war die Meisterschaft längst entschieden. Die Löwen landeten auf Rang 13, ihre schwächste Platzierung seit dem Aufstieg 2022. Pokel zieht trotzdem eine positive Bilanz: „In den letzten zehn, fünfzehn Partien haben wir’s gespürt.“ Gespürt, aber nicht zählbar gemacht: 127 Tore in 52 Spielen – nur Iserlohn war schwächer.
Die Konsequenz ist Programm: Sportdirektor Jan Barta hat sieben Spieler aussortiert, darunter Torhüter Dustin Tokarski, ein Transferpoker, der als Fehlgriff gilt. „Lehrreich“, nennt Barta das Debüt-Jahr. Lehrreich und teuer. Die Kasse ist trotz Abstiegskampf nicht blank, doch der Etat ist straff kalkuliert.

Krupp ist quasi da – noch fehlt der sniper
Björn Krupp, 33-jähriger Sohn von Eishockey-Legende Uwe Krupp, steht laut WAZ bereits mit dem Stift in der Hand bereit. Barta bestätigt indirekt: „Das Gerücht kommt nicht von ungefähr.“ Die Defensive gewinnt Erfahrung, die Offensive verliert aber ihre Topscorer. Mit Matthew Coronato (zurück zu Calgary) und Justin Brazeau (Richtung NHL) fehlen 46 Treffer. Ersatz? Noch nicht einmal ein Name.
Der neue Goalie soll „zeitnah“ vorgestellt werden – intern kursiert Mathias Niederberger als heißer Kandidat, doch Berlin will den DEL-Playoff-Helden nicht ziehen lassen. Pokel fordert eine „konkurrenzfähige“ Startformation vom ersten Spieltag an. Sonst droht dasselbe Déjà-vu: viel Kampf, wenig Klinge.

Die wette auf den flow
Frankfurt setzt auf Kontinuität statt Neuanfang. Pokels Sommer-Plan: positiv Beispiele aus der Endphase sammeln, den Neuen einpauken, „dass wir zum Saisonstart einfach nur noch die Go-Taste drücken“. Klingt einfach. Die Realität: Ohne Sniper bleibt selbst der beste Flow ein laues Lüftchen. Die Uhr tickt – und die Liga schaut bereits auf die Löwen, die wieder einmal als Aufsteiger in die untere Hälfte rutschen könnten. Pokels Job steht früher auf dem Spiel als ihm lieb ist.
