Duplantis schreibt geschichte – diesmal mit einem mikrofon in der hand
Armand Duplantis stellt den Stab beiseite und greift zum Mikrofon. Der schwedische Stabhochsprung-Weltmeister komponiert den offiziellen Hymne für die neue World Athletics Ultimate Championship – und kassiert dafür eine Gage, die locker ein Weltklasse-Meeting übersteigt.
10 Millionen dollar preisgeld – und ein lied als ticket
Die Premiere der Serie steigt vom 11. bis 13. September in Budapest. Zehn Millionen Dollar Preisgeld winken, doch Duplantis kassiert bereits vor dem ersten Startschuss. Sein Auftrag: ein Track, der die Energie des neuen Formats einfängt. „Ich will keine Hintergrundmusik, ich will einen Knall“, sagt er. Die Nummer trägt den Arbeitstitel „Feelin‘ Myself“ – passend, denn der 24-Jährige flog in Uppsala erst Wochen zuvor auf 6,27 Meter und untermalte den Weltrekord live im schwedischen Fernsehen mit eben diesem Stück.
Für World-Präsident Sebastian Coe ist die Entscheidung ein Leichtes: „Wir brauchen keine Marketing-Agentur, wenn wir den besten Athleten der Welt haben, der nebenbei in den Charts landet.“ Tatsache: Duplantis‘ Debüt-Single „Bop“ schaffte es im Februar direkt auf die schwedischen Spotify-Top 50. Die Streams übertreffen seine Sprungversuche – und das will was heißen.

Vom tartanklotz zum tonstudio – und zurück
Die Hymne läuft nicht nur vor Rennbeginn, sondern auch als Jingle in jeder TV-Werbeunterbrechung. Duplantis liefert zusätzlich eine Extended Version für die LAN-Anlage im Stadion. „Wenn die Latte runterkommt, soll der Beat weiterknallen“, lacht er. Die Athleten bekommen In-Ear-Versionen, damit sie während des Call Room den Bass spüren. Ein Detail, das bei Konkurrenzveranstaltungen wie der Diamond League undenkbar wäre.
Der Zeitplan ist knallhart: Aufnahmen ab Juni, Mixing Juli, Mastering August – damit am 11. September in Budapest alles perfekt sitzt. Ein zweijährlicher Rhythmus der Serie sichert Duplantis ein gleichbleibendes Einkommen, selbst wenn er mal einen Wettkampf verliert. Die Message: Stars bleiben relevant, egal ob sie springen oder singen.
Die Rechnung ist simpel: Ein Weltrekord hält sich Jahre, ein Hit vielleicht Monate. Kombiniert man beides, hat man ein Monopol auf die Timeline – und genau das plant Duplantis. Wenn die ersten Klänge durchs Stadion donnern, wird jeder Zuschauer wissen, dass der Schwede nicht nur die Latte, sondern auch die Charts höher legt. Ende der Durchsage.
