Joan garcía schwächt angst-debatte ab: „ich bin fit – punkt“

Joan García packte den Pokal, dann die Wahrheit. Nach dem 1:0 gegen Rayo Vallecano, in dem der Espanyol-Keeper vom Strafraumrand an alles klatschte, was ins Tor wollte, sprach er so klar wie seine Handschuhe: „Wir haben gelitten – aber wir haben gewonnen.“

Rayo machte espanyol das leben schwer

Die Statistik zeigt nur zwei Paraden, doch wer die 93 Minuten sah, weiß: García war der Grund, warum Espanyol am Ende jubelte und nicht verzweifelte. Rayo presste früh, schob die Außen um, schob die Nerven der Gäste auf Zahnarztniveau. „Ein großes Team mit einem großen Coach“, sagte García und wischte sich mit dem Ärmel Schweiß vom Kinn. „Er weiß, wie er uns wehtun kann.“

Die eigene Mannschaft habe „nicht alles eingespielt, was auf dem Trainingsplan stand“, räumte er ein. Doch das sei eben Liga: „Manchmal muss man dreckig gewinnen. Heute war so ein Tag.“

Der arzt kam – garcía blieb

Der arzt kam – garcía blieb

In der 28. Minute kauerte Dr. Pruna neben ihm, massierte die Wade, dehnte das Knie. Twitter-Zittern: Muskelbündelriss? Ausfall bis Mai? García lachte trocken. „Nur Überlastung. Keine Geschichte.“ Er habe zwischendurch gespürt, „dass die Wade zieht, aber verletzt ist ein anderes Wort.“ Drei Minuten später flog er wieder, faustete einen Flachschuss aus 13 Metern. Wer Angst suchte, musste woanders hinsehen.

Spanien ruft – und er antwortet sofort

Spanien ruft – und er antwortet sofort

Während die Kabine noch nach Siegeskaffee roch, vibrierte sein Handy. Luis de la Fuente: Rufe für die Nations-League-Partien gegen Italien und Tschechien. García’ Augen wurden größer als seine Handschuhe. „Sofort Ja gesagt“, erzählte er. „Neue Gesichter, neues Level – das frisst man mit dem Holzlöffel.“

Damit rückt der 24-Jährige in den Kreis der Kandidaten für die EM 2024. Simon, Raya, Kepa – und nun er. García weiß, dass er beim FC Barcelona auf der Insel zunächst nur dritte Wahl bleibt. „Aber wenn du nicht willst, bist du nie“, sagte er. „Und ich will.“

Zwölf punkte aus fünf spielen – espanyol spuckt feuer

Mit dem Sieg gegen Rayo hat Espanyol die Mini-Serie von drei Pflichtsiegen erfüllt, die Trainer Luis García vor dem Spitzenspiel gefordert hatte. 23 Punkte aus 13 Partien – so viele hatte der Klub zuletzt 2006 nach 13 Spielen. Der Abstiegsstreit? „Vergessen“, sagte Joan García. „Jetzt gucken wir nach oben.“

Er selbst schaut noch weiter. Am Dienstag fliegt er nach Madrid, dann nach Sevilla. „Und wenn ich zurückkomme, wollen wir gegen Betis weitermachen.“ Kein Wort über Verletzungsangst, kein Satz über Müdigkeit. Joan García hat gesprochen – und das einzige, was noch schmerzt, sind die Schrammen am Ellbogen. „Trophäen gibt keine Gnade“, sagt er und lächelt. „Genau deshalb liebe ich diesen Job.“