Krampelj-ausschluss entfacht murcia-bilbao-krieg

Die FIBA-Europe-Cup-Kandidaten UCAM Murcia und Surne Bilbao liefern sich seit gestern Abend ein offenes Scharmützel, das weit über 40 Minuten Basketball hinausgeht. Auslöser: Martin Krampeljs Rempelei gegen Devontae Cacok, die in der 28. Minute zu einer Massenrauferei und zur Roten Karte für den slowenischen Flügelspieler führte. Die Spannung kocht seit 2022 – und könnte in zwei Wochen in einem Final-Duell explodieren.

Sito alonsos rachefeldzug

Der ehemalige Bilbao-Coach, der 2021 unter Flurschäden die Basken verließ, hatte seine Mannschaft auf Höchstgeschwindigkeit trimmt. Bereits vor dem Sprungball flogen verbale Handgranaten: Murcianische Fans skandierten „Sito, pesetero“, der Madrilene konterte mit drei erhobenen Fingern – eine Spitze gegen die Kritiker, die ihm vorwerfen, er habe sich nur dem Geld wegen an die Costa Cálida versetzt. Das Spiel begann wie ein Boxkampf mit Korb.

Die Bilbainos setzten früh Shock-Blocks, Krampelj und Cacok lieferten sich ein persönliches Gefecht. Nach sieben Minuten hatte der slowenische Power-Forward bereits ein technisches Foul am Hals, weil er sich mit Sito Alonso an der Seitenlinie anlegte. Die Halle kochte. Die Schiedsrichter ließen laufen – ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Der moment, als der saal explodierte

Der moment, als der saal explodierte

2:47 Minuten vor dem Viertelende schalteten die Murcianer um. Cacok sprintete allein, Krampelj kam von der schwachen Seite, ließ die Ellbogen vor und rammte sie dem US-Center in die Rippen. Cacok fiel schwer aufs Parkett, seine Mitspieler stürmten wie auf Kommando herbei. Jonah Radebaugh stieß Krampelj zurück, dieser drohte mit der Faust. Es dauerte 90 Sekunden, bis die Ordner die Lager trennten. Instant-Replay: Antisportliche plus Technische – Platzverweis. Die Entscheidung blieb bei einer einfachen Disqualifikation, keine direkte Sperre. Das nagt an den Nerven der UCAM-Anhänger, erinnern sie sich doch an Juan Fernández’ vier Spiele Sperre im Vorjahr nach einer nachträglichen Upgradierung.

Krampelj verließ unter Buh-Rufe die Flucht. Für Murcia war die Botschaft klar: Rache ohne Blut, aber mit Nachspiel.

Social-media-kriegszone

Social-media-kriegszone

Erst 20 Minuten nach Abpfiff tobte der Konflikt auf Twitter und Instagram weiter. Hashtags #JusticeForCacok und #KrampeljCriminal trendeten in Spanien. Bilbao-Fans konterten mit Montagen, die Cacok als „Simulierer“ zeigen. Der Klub veröffentlichte offiziell kein Statement, doch intern sickerte durch: Man halte die mediale Hexenjagd für übertrieben. UCAM-Sportdirektor Santiago Ontiveros forderte indes ein „Beispiel für künftige Fouls auf höchstem Niveau“. Die ACB leitete ein Disziplinarverfahren ein, Ergebnis steht aus.

Ein finale auf kriegsfuß

Ein finale auf kriegsfuß

Die Tabellenführer beider Gruppen stehen vor dem Halbfinale. Gewinnt UCAM gegen PAOK und Bilbao gegen Falco Szombathely, treffen sie erneut aufeinander – diesmal mit Titelchance. Die Verbände diskutieren bereits über erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, die ACB erwägt ein Schiedsrichter-Trio aus neutralen Ländern. Die Frage ist nicht, ob die Rivalität eskaliert, sondern wie viel Zunder bis zum Finale noch dazukommt.

Murcia will Revanche, Bilbao bewies Stärke. Der Sieger holt sich nicht nur den Pokal, sondern auch das Recht, dem anderen die Saison zu vermiesen. Die nächste Runde steigt vermutlich schon in der Mittwochs-Europe-Cup-Session. Anpfiff, zweiter Akt – und keiner wird die Handbremse finden.