Kongolese fußball-drama: ex-trainer ragini floh vor bürgerkrieg!

Kinshasa – Die Welt des Fußballs birgt manchmal Geschichten, die weit über das Grüne Feld hinausgehen. Marco Ragini, aktuell Nationaltrainer der Mongolei, erlebte ein Trauma in der Demokratischen Republik Kongo, das ihn zur Flucht zwang. Seine Erzählungen sind ein Zeugnis menschlichen Mutes und der brutalen Realität eines Landes im Konflikt.

Ein stadion voller schatten

Ragini blickt zurück auf eine Zeit, als er das Ujana-Akademie-Team in Kinshasa betreute. Das „Stadion der Märtyrer“ trug eine düstere Vergangenheit: 1966 wurden dort vier Menschen, darunter drei Minister, hingerichtet, angeklagt, gegen den damaligen Diktator Mobutu konspiriert zu haben. „Ich bekam Gänsehaut, als ich das hörte“, gesteht Ragini. Eine erschreckende Erinnerung, die sich mit der Hoffnung auf den bevorstehenden WM-Qualifikationsweg der DR Kongo vermischte.

Von hoffnung und verzweiflung: die wm als chance

Von hoffnung und verzweiflung: die wm als chance

Die Teilnahme der „Leoparden“ an der Weltmeisterschaft ist für die DR Kongo mehr als nur ein sportliches Ereignis. Es ist ein Aufschrei, ein Schrei nach Anerkennung und Hoffnung inmitten des andauernden Konflikts und der immensen Armut. Ragini beschreibt ein Land, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich immens ist: „Vier Prozent der Bevölkerung sind unverschämt reich, der Rest lebt in Armut oder am Rande des Ruins.“ Er erinnert sich an Kinder, die an roten Ampeln Wasser bettelten, während Mütter, gefangen in der Sucht, regungslos danebenstanden.

Die flucht vor der gewalt

Die flucht vor der gewalt

Die friedliche Phase endete abrupt mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs. Ragini und seine Frau, eine Paramedikerin, befanden sich mitten im Chaos. „Wir lebten zehn Tage in einem Bunker, voller Angst und Ungewissheit“, berichtet er. Die Situation eskalierte, als sie als Sympathisanten des ehemaligen Präsidenten Kabila betrachtet wurden. Die Straßen waren übersät mit Leichen, die Polizei schoss auf Demonstranten. Die Rettung kam erst durch das italienische Konsulat, das ihnen den Weg aus dem Land ebnete.

Mongolei: ein neuanfang in einer anderen welt

Mongolei: ein neuanfang in einer anderen welt

Heute steht Ragini vor einer neuen Herausforderung: der Aufbau einer Fußballnation von Grund auf in der Mongolei. „Es gibt hier nichts, nicht einmal eine Fußballkultur“, sagt er. Er trainiert eine Nationalmannschaft, die im FIFA-Ranking auf dem 190. Platz steht – vor seinem San Marino, dem Schlusslicht. Trotz der Widrigkeiten sieht er eine Chance, etwas zu bewegen. Neben dem Training der Nationalmannschaft organisiert er auch Lehrgänge für junge Trainer und lässt sich von der rauen Landschaft inspirieren, die von Schafen, Kühen, Ziegen und Pferden geprägt ist. „Es ist eine andere Welt, aber ich bin bereit, sie zu erobern.“

Die Geschichte von Marco Ragini ist ein Mahnmal für die Opfer des Krieges und ein Beweis für die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes. Die DR Kongo mag im Schatten des Bürgerkriegs stehen, aber die Hoffnung auf eine bessere Zukunft lebt weiter – auch auf dem Fußballplatz.