Koné muss nach 16 minuten runter – dritter muskelriss, saison bedroht

Schon wieder humpelte Manu Koné vom Platz, schon wieder hielt er sich die rechte Oberschenkelmuskulatur. 16 Minuten hatte der Franzose im Rückspiel der Europa-League-Achtelfinals gegen Bologna gedauert, dann brach sein Körper erneut zusammen. Trainer Gian Piero Gasperini schüttelte nur den Kopf, deutete Richtung Bank und schickte Lorenzo Pellegrini als Notnagel.

Das muster ist erschreckend konstant

Erst Anfang Januar Bizepssehnenriss, jetzt dieselbe Region – anders formuliert: Konés rechte Wade ist ein Dauerbaustelle. Die medizinische Abteilung der Roma rechnet mit einem weiteren Muskelbündelriss zweiten Grades, die Diagnose bestätigt sich heute durch MRT-Bilder. Mindestens drei Wochen Pause, das bedeutet: Das Spiel am Sonntag in Lecce ist gelaufen, der April-Start nach Länderspielpause ist die realistische Perspektive.

Für die Roma kommt der Zeitpunkt pünktlich zur Krisen-Konserve. Die Mittelfeld-Rotation um Paredes, Cristante und die Leihe von Saelemaekers ist bereits dünn. Ohne Konés Laufkraft und Pressingresistenz droht Gasperinis 3-4-2-1-System ein Zahn zu viel abzubrechen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den 19 Partien mit Koné holte die Roma 2,1 Punkte pro Spiel, ohne ihn nur 1,4 – ein Absturz von fast einem ganzen Zähler.

Vertrag bis 2029 – aber kein einziger durchspielzeitraum

Vertrag bis 2029 – aber kein einziger durchspielzeitraum

Koné kam im Sommer für 18 Millionen Euro Ablöse aus Gladbach, unterschrieb bis 2029. Bislang lieferte er 854 Spielminuten, verteilt auf neun Kurzeinsätze. Keine 90 Minuten durchständ er bisher in Serie – ein Luxus-Transfer, der sich in Rekordzeit zu einem Verletzungsfallstudie entwickelt. In der Kabine nennen ihn teamintern „Mister 16 Minuten“, ein Spitzname, der bitterer nicht sein könnte.

Gasperini muss nun improvisieren. Pellegrini übernimmt die Steuerung, Cristante rückt tiefer, Saelemaekers bekommt zusätzliche Defensivaufgaben. Die Frage ist nicht mehr, ob die Roma die Top-Vier-Plätze erreicht, sondern wie lange sie ohne ihren französischen Turbo überhaupt durchhält. Die nächsten Gegner: Lecce, Udinese und das Top-Spiel gegen Milan – alles Spiele, in denen jedes Mittelfeld-Rad zählt.

Koné selbst schickte via Instagram ein Foto aus der Kabine: rechte Hand auf dem Oberschenkel, Blick nach unten. „Werde stärker zurückkommen“, schrieb er. Die Fans kommentieren mit Regenbogen-Emojis – aber hinter den Daumen hoch steckt Sorge. Denn wer dreimal dieselbe Muskelgruppe reißt, der reist nicht nur mit Fragezeichen in die Zukunft, sondern mit einem ganzen Fragekatalog. Die Antworten liefert erst der April – und sein Körper.