Rossi und zubler beenden karrieren: basel verliert doppel-poker im viertelfinal

Die Karrieren von Matthias Rossi und Patrick Zubler endeten mit einem 1:2 gegen EHC Visp – und das war nur halb die Geschichte. Denn während die Rheinknie-Arena noch nach dem Aus im Viertelfinal ausklingt, verabschiedet sich Basel in einer einzigen Pressemitteilung von zwei Identifikationsfiguren. Rossi kehrt nach 559 NL-Spielen und exakt 100 Toren zurück ins Privatleben, Zubler nach 220 Einsätzen für den EHCB in die Ungewissheit. Beide hatten sich den Abgang nicht so erträumt.

Ein abschied ohne happy end

Rossi, 35, war bereits in der Saison 2024/25 nur auf Leihbasis in Basel aktiv, ehe er im Sommer endgültig zurückkehrte. Die Statistik liest sich wie ein Lehrbuch für Flügelstürmer: 43 Partien, zehn Treffer, neun Assists. Doch die Zahl, die ihm selbst am meisten bedeutet, ist die 559. So viele Spiele absolvierte der einstige Zuger EVZ-Junior in der National League – und blieb dabei stets ein Arbeiter, nie ein Superstar. Seine Reise führte ihn von Rapperswil über Biel, Fribourg und Langnau zurück nach Basel, wo er 2013/14 erstmals das Sharks-Trikot trug. Dieses Mal sollte es endgültig sein.

Zubler, 34, fällt aus der zweiten Reihe. Fünf Jahre stand er in der Defensive des EHCB, spielte sich in die Köpfe der Fans als zuverlässiger Verteidiger, der mit 1,85 m Körpergröße die gegnerischen Stürmer an die Bande drückte. Seine Karriere begann in Olten und Zug, führte über 48 NL-Spiele mit dem EVZ, ehe er 2021 aus La Chaux-de-Fonds in die MyHockey League wechselte – und mit Basel direkt aufstieg. Nun endet sie mit dem gleichen Club, nur eine Liga tiefer.

Basel steht vor personellem kahlschlag

Basel steht vor personellem kahlschlag

Die Entscheidung kommt für den Verein zur Unzeit. Mit dem Abstieg aus den Play-offs droht dem EHCB ein personeller Umbruch, der über die beiden Routiniers hinausgeht. Rossi und Zubler galten als Kippfigur im Kabinenvorstand, ihre Erfahrung war in einer jungen Truppe kaum zu ersetzen. Wer die Lücke füllt, ist offen. Die Sportchefs schweigen bislang zu möglichen Nachfolgern. Fest steht: Ohne die beiden Dauerbrenner verliert Basel nicht nur Punkte, sondern auch Stimmen in der Kabine.

Für Rossi heißt es nun: Erst mal tief durchatmen. Der Vater zweier Kinder will sich zurückziehen, «mehr Zeit mit der Familie verbringen», wie es in der Mitteilung heißt. Zubler plant noch nicht mal so konkret. «Ich schaue mal, was die Zukunft bringt», sagte er gegenüber «Sport Basel». Kein Abschied mit Tränen, sondern mit Schulterzucken. Die Liga verliert zwei Typen, die nie für Schlagzeilen sorgten – aber für Stabilität. Und genau die fehlt Basel nun.