Kolstad stolpert, elverum krönt sich: 17 tore von jeppsson retten nichts

Trondheim – Es war die Sensation, die niemand erwartet hatte. Kolstad Handball, die Übermannschaft der norwegischen Eliteserien, kassierte am Samstagabend eine 32:37-Heimklatsche gegen Tabellenfünften Drammen HK – und schenkte dem Erzrivalen Elverum die Meisterschaft. Drei Spieltage vor Schluss ist die Titelentscheidung damit perfekt: Elverum führt vier Punkte vor Kolstad und kann aufgrund des direkten Vergleichs nicht mehr von Platz eins verdrängt werden.

Die 953 Zuschauer in der Kolstad-Halle sahen einen Ex-Bundesligaprofi, der sich mit Händen und Füßen wehrte: Simon Jeppsson warf 17 der 32 Kolstad-Tore – mehr als die Hälfte. Doch selbst diese Galavorstellung rettete nichts. Drammen ließ sich nicht beirren, David Haugstved traf zwölfmal, der 20-jährige August Oma achtmal. Nach dem 16:17 zur Pause enteilten die Gäste im zweiten Durchgang auf 32:25. Kolstad kam zwar nochmal auf drei Treffer heran, doch Drammen blieb kalt und verwandelte die letzten Chancen eiskalt.

„Nicht lösungsorientiert genug“ – kapitän aga zerreißt seine mannschaft

„Nicht lösungsorientiert genug“ – kapitän aga zerreißt seine mannschaft

Was war passiert? Kolstad-Trainer Stian Gomo Nilsen fand keine Erklärung: „Wir sind überhaupt nicht mit der Leistung auf den Platz gegangen, die wir uns gewünscht hätten. Es wird ein Osterfest mit vielen Nachdenklichkeiten.“ Kapitän Vetle Eck Aga war noch deutlicher: „Wir konnten weder individuell noch als Team konstant liefern. Wir waren einfach nicht lösungsorientiert genug.“

Die Niederlage wirkt wie ein K.o.-Schlag. Vor zwei Wochen hatte Kolstad im Spitzenspiel gegen Elverum noch mit 26:24 gewonnen und die Titelverteidiger auf Distanz gehalten. Nun feiern die Südost-Norweger ihr erstes Meistergold seit 2022. „Der Gewinn der Meisterschaft bedeutet uns sehr viel. Dafür arbeiten wir die ganze Zeit“, sagte Elverum-Sportmanager Nils Kristian Myhre nach dem souveränen 35:24-Sieg gegen Sandnes.

Für Kolstad bleibt nur die bittere Erkenntnis: Selbst ein Simon Jeppsson mit 17 Treffern kann eine Mannschaft nicht retten, die an diesem Abend kollektiv versagte. Die Meisterschaft ist verloren – und die Osternachdenklichkeit ist Programm.