Kölner haie verspielen rekordchance – pleite gegen wolfsburg bringt playoff-stress

Die Kölner Haie haben sich selbst den Rekord versaut. Statt die beste Punktausbeute aller DEL-Hauptzeiten seit 2019 zu knacken, stecken sie jetzt mitten in der größten Krise der Saison. Das 5:8 gegen die Grizzlys Wolfsburg war die dritte Niederlage in Serie – und ein Debakel mit Ansage.

Trainer Kari Jalonen stand nach Schlusssirene wie angewurzelt hinter der Bande. Elf Minuten brauchten die Wölfe, um die Partie zu sprengen. Vier Tore. Keine Reaktion. Dann die Aufholjagd, 4:4, Kurz-Jubel – und erneut Kollaps. Die Haie kassierten acht Gegentreffer, obwohl sie selbst fünfmal trafen. Das ist keine Statistik, das ist ein Warnschuss vor den Playoffs.

Rekord nur noch theoretisch möglich

Mit 113 Punkten fehlt drei Zähler zur Bestmarke der Adler Mannheim. Theoretisch holbar am Sonntag gegen Iserlohn. Realistisch? Die Haie haben in den letzten drei Spielen 19 Gegentore kassiert. Torhüter Philipp Grubauer wirkte gegen Wolfsburg wie ein Statist. Die Defensive wackelt, die Stürmer laufen permanent hinterher. „Wir haben vergessen, wie man Spiele kontrolliert“, sagte Kapitän Moritz Müller mit zitternder Stimme. Die Pleite-Reihe kratzt am Selbstbild der sonst so dominanten Haie.

Die Konkurrenz läuft indes heiß. Eisbären Berlin schoben sich durch ein 4:2 gegen Mannheim auf Rang sechs und haben damit das Viertelfinale selbst in der Hand. Die Berliner profitieren vom Kölner Stolpern und vom eigenen Sieg im Kampf gegen die Panthers. Zwei Punkte Vorsprung auf Bremerhaven, die sich trotz eines 6:4 in Nürnberg nicht verbessern konnten. Die Playoff-Luft wird dünner.

München demontiert straubing mit rekord-kantersieg

München demontiert straubing mit rekord-kantersieg

Während die Haie taumeln, feierte der EHC Red Bull München den höchsten Sieg der Vereinsgeschichte. 10:1 gegen Straubing. Tobias Rieder und Yasin Ehliz trafen jeweils doppelt. Oliver David hatte seine Tigers vor der Partie gewarnt – vergeblich. München zeigt, wie Spiele in der DEL zuende gemacht werden. Kölner Haie, bitte abschreiben.

Die Saison endet am Sonntag. Die Haie haben 60 Minuten, um sich selbst zu rehabilitieren. Die Frage ist nicht, ob sie den Rekord noch holen. Die Frage ist, ob sie überhaupt noch eine Siegesmentalität mitbringen, wenn die Playoffs losgehen. Die Antwort liegt in der Kabine. Und auf dem Eis. Die Uhr tickt.