Eisbären schlagen adler: berliner sieg wirft fragen über mannheims playoff-form auf

Die Eisbären haben die Adler geschossen – und wie. 4:2 in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof, 14.200 Fans, die bis zuletzt brüllten, weil Berlin in der 58. Minute sogar ins leere Tor traf. Der Sieg gegen den Rekordmeister ist mehr als drei Punkte: Er ist ein Statement in Richtung Playoffs.

Das spiel, in dem mannheim plötzlich alt aussah

Kai Wissmann eröffnete den Torreigen, doch danach dominierte Mannheim. Justin Schütz und Marc Michaelis drehten die Partie, die Adler wirkten schneller, präsenter – kurz: wie der Titelfavorit, der sie sein wollen. Doch nach der Pause schaltete Berlin einen Gang höher. Yannick Veilleux gelang der Ausgleich, Lester Lancaster nutzte eine Strafe der Gäste eiskalt zum 3:2. Marcel Noebels legte in letzter Sekunde nach, als Maximilian Franzreb bereits vom Eis war.

Die Statistik lügt nicht: 38:28 Torschüsse für Berlin nach dem ersten Drittel, 58 % Faceoff-Gewinne insgesamt. Die Eisbären agierten wie ein Team, das die Playoff-Tickets schon in der Tasche wähnt – und das, obwohl sie vor Wochen noch außerhalb der Top Ten rangierten.

Was der sieg für die tabelle bedeutet

Was der sieg für die tabelle bedeutet

Mit 75 Punkten festigen die Berliner Rang sechs, einen Zähler vor Köln, zwei vor München. Für Mannheim bleibt die Lage komfortabler (82 Punkte), doch die Formkurve zeigt seit fünf Spielen nach unten. Trainer Franz Steiger sprach von „kleinen Details“, die sein Team gerade nicht umsetze. Das klingt nach Euphemismus – und nach Alarmstufe Rot vor den Playoffs.

Die Eisbären dagegen feiern den vierten Sieg in Serie. Sportchef Peter Lee bremst trotzdem: „Wir haben noch keine Saisonleistung abgeliefert.“ Aber die Art, wie Berlin in der Schlussphase die Adler neutralisierte, erinnert an die Titeljahre. Läuft hier gerade das Playoff-Script vor der Zeit auf?

Die stimmen nach dem schlusspfiff

Die stimmen nach dem schlusspfiff

„Wir sind hungrig geblieben, das macht den Unterschied“, sagte Noebels, dessen Empty-Net-Goal die Entscheidung war. Mannheims Kapitän Maximilian Kastner konterte knapp: „Wir haben den Fokus verloren, das kann im April nicht passieren.“ Zwischen den Zeilen klingt an, dass die Adler ihre Hausaufgaben neu sortieren müssen.

Für Berlin geht es am Freitag nach Iserlohn, Mannheim empfängt Augsburg. Theoretisch nur Hauptrunde – in Wahrheit ein Testlauf für die Köpfe. Denn wer jetzt zittert, träumt spätestens im Viertelfinale vom frühen Urlaub.