Italienisches nationalteam: die mehrheit lehnt nachrücker-szenario ab!

Ein Schock für den italienischen Fußball: Während die Nazionale gerade in Bosnien-Herzegowina die WM-Hoffnungen begräbt hat, ist die Stimmung im Land gespalten – und die Mehrheit ist entschieden gegen einen möglichen Nachrücker im Turnier. Eine neue Umfrage zeigt, dass die Fans dem Gedanken, Italien anstelle des ausgeschlossenen Iran in die WM zu schicken, skeptisch gegenüberstehen. Das Feuer der Leidenschaft brennt zwar, doch die Ratio setzt sich durch.

Ein umfrageergebnis, das die gemüter erhitzt

Ein umfrageergebnis, das die gemüter erhitzt

Die Ergebnisse einer aktuellen Swg-Umfrage für die Gazzetta dello Sport sind eindeutig: Nur 25 Prozent der befragten Italiener (800 Personen) würden einem Nachrücker des italienischen Nationalteams zustimmen. 58 Prozent sprechen sich dagegen aus, und 17 Prozent machten keine Angaben. Die Gründe für die Ablehnung sind vielfältig. Ein signifikanter Teil (47 Prozent) empfindet die Teilnahme an der WM ohne sportliche Qualifikation als „Schande“ für die Nazionale und das ganze Land. Ein weiterer 11 Prozent glaubt, dass ein solcher Nachrücker von den dringenden Problemen des italienischen Fußballs ablenken würde, die dringend einer Reform bedürfen.

Die Fußball-Politik wird abgelehnt: Die Debatte um einen möglichen Nachrücker des italienischen Nationalteams ist in aller Munde, da die Ausschlussandrohung des Iran aufgrund der aktuellen politischen Lage im Raum steht. Doch die italienische Bevölkerung scheint wenig Begeistert von der Idee, die WM auf diesem Wege zu erreichen. Die Meinung ist klar: Sportliche Leistung sollte immer im Vordergrund stehen.

Auch andere prominente Persönlichkeiten haben sich bereits zu Wort gemeldet. Sportminister Andrea Abodi betonte, dass der Weg in die WM nur über sportliche Leistungen führen dürfe, während Finanzminister Giancarlo Giorgetti seine „Scham“ über die Vorstellung äußerte. Selbst Luciano Buonfiglio, der Nummer 1 im italienischen Verband Coni, sprach von einem „beleidigenden“ Szenario. Nur wenige Stimmen, wie die des ehemaligen Verbandspräsidenten Giancarlo Abete, sehen in der Situation noch einen Hoffnungsschimmer – allerdings mit deutlichen Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen.

Die Idee, das italienische Nationalteam nachzuschieben, wurde maßgeblich von Paolo Zampolli, einem US-amerikanischen Sonderbeauftragten für globale Partnerschaften, vorangetrieben. Er argumentierte, der FIFA-Regelament sei in Bezug auf den Ersatz ausgeschlossener Teams lückenhaft. Doch die Position von FIFA-Präsident Gianni Infantino scheint klar zu sein: Die iranische Nationalmannschaft wird ihre Spiele in den USA austragen. Die endgültige Entscheidung hängt jedoch von den Bedingungen ab, die die iranische Fußballföderation an die FIFA stellt, insbesondere hinsichtlich des Schutzes ihrer Spieler vor Beleidigungen.

Der 20. Mai ist nun der entscheidende Termin, an dem die Iraner ihre endgültige Entscheidung bekanntgeben werden. Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass die WM-Teilnahme des Iran gesichert ist und die Italiener weiterhin vor dem Bildschirm mitfiebern können. Denn trotz aller Diskussionen und politischen Spielchen wünschen sich die meisten italienischen Fans nichts mehr, als das italienische Nationalteam auf dem Platz zu sehen – aber nur, wenn es sich verdient gemacht hat.