Klose wirft luke humphries in die seile – deutsches darts aber kassiert klatsche

Die Zuschauer in Barnsley rutschten auf den Sitzen hin und her: Daniel Klose, eigentlich nur einspringender Ersatz, lag gegen Weltmeister Luke Humphries beim Stand von 5:3 in Führung und hatte zwei Matchdarts auf der Hand. Dann traf er die Doppel-10 nicht, Humphries atmete durch, schnappte sich das Break – und den 6:5-Sieg im Decider. Mit diesem einen Leg begann und endete der deutsche Lichtblick beim Players-Championship-Tag neun auf der PDC Pro Tour.

Die quittung für 95 average heißt trotzdem frühaus

Klose spielte mit 95,39 Punkten im Drei-Dart-Average das beste Turnier seiner noch jungen Pro-Tour-Karriere. Dennoch reichte es nicht, weil Humphries konstant über 100 war und im entscheidenden Moment die Nerven behielt. „Cool Hand“ nennen sie den Engländer nicht umsonst – er kühlt sich selbst dann, wenn die Konkurrenzbühne zu kochen scheint.

Für den Rest des deutschen Aufgebots war die Luft schon nach wenigen Minuten raus. Arno Merk, Max Hopp, Niko Springer – alle landeten in Runde zwei, aber keine einzige Siegesserie wollte sich einstellen. Nur Dominik Grüllich schraubte sich mit zwei Erfolgen bis in die Last 32, ehe Martijn Dragt dem EM-Debütanten den Stecker zog (3:6).

Ein debakel mit namen und gesichtern

Ein debakel mit namen und gesichtern

Ricardo Pietreczko, Gabriel Clemens, Matthias Ehlers, Marvin Kraft – die Liste liest sich wie ein Who-is-Who der nationalen Szene, doch die Ergebnisse klangen nach Amateurnacht statt Profi-Duell. 1:6, 3:6, 1:6, 4:6 – die Leg-Differenz ist erschreckend. Besonders bitter: Lukas Wenig verpasst gegen denselben Dragt mit 5:6 die Verlängerung, Martin Schindler kassiert die gleiche Niederlage gegen Adam Leek. Beide hatten den Ausgleich auf dem Board, beide verpassten den matchrettenden Doppel-Check.

Florian Preis erlebte das absolute Null-Nummer-Drama: 0:6 gegen Michael Smith, ohne ein einziges Leg auf der Anzeige. Die Statistik verrät: Deutschland holte an diesem Montag gerade einmal fünf Wins aus 18 gestarteten Matches – ein Trefferquoten-Wert, der selbst ambitionierte Bezirksligisten ins Grübeln bringt.

Die Lehre aus Barnsley: Ohne van Gerwen und Littler hätte niemand die Bühne geräumt – aber auch mit mehr Startplätzen würde die deutsche Darts-Elite sich selbst treffen, statt internationale Spitze zu schlagen. Die nächste Players Championship rückt bereits am Mittwoch näher. Bis dahin heißt es für die Truppe: Doppel-Training statt Medien-Training. Sonst bleibt Klose‘s beinahe-Sensation nur ein tröstliches Schmankerl in einer ansonsten bitteren Woche.