Klinsmann warnt dfb: konzentration auf den fußball!

Herzenaurach – Die Debatte um politische Statements von Nationalspielern vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) spitzt sich zu. Rudi Völler, der DFB-Sportdirektor, mahnt zur Besonnenheit, während Jürgen Klinsmann eindringlich vor einer Wiederholung der Fehler von 2018 und 2022 warnt. Die Spieler sollen sich auf das Wesentliche konzentrieren: den Sport.

Keine maulhalte, aber klare ansagen

Keine maulhalte, aber klare ansagen

Völler betonte zwar, dass es „keinen Maulkorb“ für die Mannschaft geben werde, doch er forderte eine klare Trennung von Sport und Politik. „Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen. Wenn sich jemand im Vorfeld äußern möchte, kann er das gerne tun, aber bitte nicht während des Turniers“, so der Funktionär. Die Weltlage sei komplex, aber die Spieler könnten daran kaum etwas ändern. „Es gibt viele Dinge in der Welt, die uns allen nicht gefallen. Ich hätte auch gerne mehr Frieden. Aber das wird jetzt nicht zu lösen sein bis zum Eröffnungsspiel.“

Die Erinnerung an die vergangenen Turniere, insbesondere die enttäuschenden Vorrunden-Ausscheiden in Russland und Katar, sitzt tief. Die politischen Diskussionen hatten damals für Unruhe gesorgt und den sportlichen Fokus verschoben. Klinsmann, der ehemalige Bundestrainer, brachte es auf den Punkt: „In Deutschland haben wir alles kaputt geredet. Damit haben wir unsere Mannschaft praktisch bestraft.“

Oliver Bierhoff, der frühere Nationalmannschafts-Direktor, plädierte ebenfalls für den Schutz der Spieler. „Sie dürfen sich nicht treiben lassen. Man sollte ihnen sagen: Lasst die Medien meckern und konzentriert euch auf den Sport.“ Die Spieler sollen ihre Fans begeistern und ihnen eine willkommene Ablenkung von den Problemen der Welt bieten.

Im DFB-Trainingslager vor dem Abflug in die USA wird es daher keine spezielle mediale Schulung geben. Stattdessen soll die Mannschaft in Ruhe auf die anstehenden Aufgaben konzentriert werden. Deutschland trifft in der Gruppe E auf Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Die Ausgangslage ist klar: Nur mit einer klaren sportlichen Fokussierung und geschlossenem Teamgeist können die deutschen Nationalspieler bei dieser WM erfolgreich sein. Die Vergangenheit hat gezeigt, was passiert, wenn der sportliche Fokus verloren geht.