Kickers-wunder: wildersinn katapultiert stuttgart ins pokal-fieber!

Stuttgart – Nach einem trüben Herbst hat sich ein Fußball-Wintermärchen in Stuttgart entwickelt. Die Stuttgarter Kickers, lange Zeit im Abstiegskampf steckengeblieben, präsentieren sich plötzlich in blendender Form und träumen vom DFB-Pokal. Ein Umbruch im System und die Handschrift von Trainer Marco Wildersinn haben das Team förmlich erweckt.

Die kehrtwende: von der krise zum höhenflug

Kurz vor Jahreswechsel schwebte über den Kickers noch das Damoklesschwert eines Trainerwechsels. Die Ergebnisse in der Regionalliga Südwest ließen zu wünschen übrig, und die Verantwortlichen standen vor der schweren Entscheidung, einen neuen Kurs einzuschlagen. Doch das Vertrauen in Marco Wildersinn wurde bewahrt – und wie sich herausstellt, zu Recht.

Die Winterpause nutzte der Coach, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Gemeinsam mit seinem Team justierte er die Taktik, und das Ergebnis spricht für sich: Aus den ersten sechs Spielen im neuen Jahr holten die Kickers beeindruckende 13 Punkte und liegen in der Jahrestabelle nur einen Zähler hinter dem Spitzenreiter SGV Freiberg. Die Fans feiern ihre Mannschaft und die erfrischende Art, mit der der Ball jetzt gespielt wird.

“Der entscheidende Entwicklungsschritt war, dass wir mehr Tore erzielen”, erklärt Wildersinn selbst. Und das stimmt: Elf Treffer in den letzten sechs Partien – eine deutliche Steigerung gegenüber der Hinrunde. Besonders der 3:1-Sieg im WFV-Pokal-Viertelfinale gegen Freiberg zeigt, dass die Offensive nun mit voller Kraft entfesselt ist.

3-4-3: Das taktische meisterwerk

3-4-3: Das taktische meisterwerk

Ein Grund für die gesteigerte Torquote liegt in einer klugen Systemumstellung. Weg vom 4-3-3, hin zum flexibleren 3-4-3 mit einer stabilen Dreierkette und spielstarken Wingbacks. “Die Grundordnung ist wichtig, aber wir sind auch variabler geworden”, so Wildersinn. “Wir verändern die Formation auch mal während des Spiels. Entscheidend ist, dass sich die Spieler wohlfühlen.”

Besonders Marlon Faß profitiert von dem neuen System. Der junge Stürmer hat sich im Sturmzentrum festgespielt und glänzt mit seiner Schnelligkeit und Torgefahr. “Wir spielen mehr vertikal nach vorn. Das kommt mir als Stürmer entgegen”, sagt Faß. Sein Treffer vom vergangenen Samstag gegen Bayern Alzenau, ein souveräner Elfmeter, brachte den Sieg für die Kickers.

Auch wenn die Mannschaft nicht immer einen Schönheitspreis gewinnt, so sind die Ergebnisse umso überzeugender. Das Fehlen von Schlüsselspielern wie David Tomic, Mario Borac und Melkamu Frauendorf schmerzte zwar, doch die Kickers bewiesen Moral und spielten das Spiel am Ende souverän zu Ende.

Pokalträume und vertragsverlängerungen

Pokalträume und vertragsverlängerungen

Der Blick richtet sich nun auf das prestigeträchtige Duell gegen Freiberg am Ostermontag. Der Aufstieg mag in weite Ferne gerückt sein, doch die Kickers wollen ihre starke Leistung fortsetzen und noch ein paar Plätze in der Tabelle gutmachen.