Andersens sieben-tore-gala: hsv hamburg feiert mit 2.000 fans
31:26 gegen Stuttgart, Platz zehn sicher – doch Frederik Bo Andersen jubelt über ganz andere Zahlen: 2.000 Zuschauer in der Halle, sieben Treffer von seiner Rechtsaußen-Position und ein Sommer-Feeling, das selbst die Sonne vor der Tür alt aussieht lässt.
Ein lauf wie ein schnellzug
16:11 zur Pause, dann ein 10:3-Ritt über beide Halbzeiten – das war der Handball, den der HSV sich seit Wochen wünscht. Die Stuttgarter schlichen sich zwar in der 45. Minute auf 23:24 heran, doch Andersen und Co. schalteten wieder einen Gang hoch. „Wir hatten genug Chancen, das früher klarzumachen, aber Handball ist kein Schach“, sagt der Däne und lacht über die eigene Unachtsamkeit.
Die Punkte sind gesichert, der Druck weg. Trotzdem liefert Andersen eine Leistung ab, als ginge es um die Meisterschaft. Sieben Tore aus neun Würfen, dazu drei Assists – Zahlen, die selbst Bundesliga-Scouts aufmerken lassen. Doch ihn interessiert etwas anderes: „Was ich so geil an der Liga finde: Scheißegal, wie die Tabelle aussieht, die Leute kommen. Das ist reine Liebe.“

Olafsson dreht durch, andersen schwärmt
Abwehrrecke Einar Olafsson räumt auf der linken Seite alles ab, was sich bewegt. „Der war hin und her, wie ein Irer auf Koffein“, schwärmt Andersen. „So eine Arbeit sieht man selten. Das ist kein Job, das ist Kunst.“ Olafsson selbst spricht nicht, er grinst nur – und trägt die Schrammen wie Medaillen.
Am Sonntag geht’s nach Magdeburg. Tabellenführer, eigene Meisterfeier in Reichweite. Für den HSV kein Ziel, aber eine Chance. „Wenn wir so auftreten wie heute, können wir denen die Musik vermiesen“, sagt Andersen. Er packt die Schlappen ein, wirft noch einen Blick auf die leere Halle. „Sommer in Hamburg ist schön. Aber Sommer in Hamburg mit 2.000 Fans in der Halle? Unbezahlbar.“
