Juve rettet sich mit bank-gala: drei tore, drei joker, ein neues leben
3:3 in Rom, und plötzlich atmet Turin wieder. Nicht wegen eines Spiels, sondern wegen einer Bank, die inzwischen mehr ist als nur eine Notlösung: Sie ist die Rettung.

Spalletti hat seine wundertüte gefunden
Boga, Zhegrova, Gatti – Namen, die vor dem Seitenwechsel noch auf der Streifenrolle standen, schrieben nach 93 Minuten die Headlines. Der Ivorer traf nach 1024 Tagen wieder in der Serie A, der Kosovare legte beide Treffer der Aufholjagd mit auf, und der Verteidiger köpfte den Ball zum Ausgleich über die Linie, als der Gegner schon mit den Daumen auf der Pausetaste tanzte.
Die Zahlen sind laut: Acht Punkte holt die Juve in dieser Saison allein durch Tore ihrer Einwechselspieler – nur der FC Inter sammelt mehr (elf). Und das, obwohl Spalletti seine Wechsler lange nur als Feuerwehrleute statt als Brandbeschleuniger sah. Vor dem gestrigen Abend hatten Boga & Co. nur sporadisch Lunte gerochen, nun stehen sie im Rampenlicht.
Der 4,8-Millionen-Deal für Boga, bislang ein Sanierungsprojekt aus Nizza, zahlt sich in Realzeit aus. Kein Dribbling kam an, 13 Ballverluste in 28 Minuten lesen sich nach Statistik-Katastrophe – bis man merkt, dass er genau dort stand, wo der Ball am Ende einschlug. Zhegrova wiederum wusch die Missgeschicke von Istanbul weg: Ein verschossenes Golden Goal in der ChampionsLeague, ein perfektes Golden Cross in der Hauptstadt.
Und Gatti? Der Mann, der sich vor zwei Jahren noch in der Serie B die Stiefel ablief, erzählt nach Abpfiff mit breitem Grinsen: „Als Kind war ich Mittelfeldspieler, vielleicht schaff ich als Stürmer ja 15 Treffer.“ Ironie des Abends: Sein zweiter Treffer nacheinander kommt ausgerechnet gegen jene Roma, die ihn 2022 für ein Probeabo abschmetterte.
Die Konsequenz ist klar: Wer früher bei Juve nur Talent oder Trottel war, kann jetzt Matchwinner sein. Die Bank ist kein Wartezimmer mehr, sondern eine Waffe – und Spalletti hat endlich Munition für den Champions-League-Angriff.
