Jugend-eiszeit: biel lässt die konkurrenz alt aussehen, ajoie schaut weg

Niklas Blessing lief in dieser Saison 670 Minuten für den EHC Biel-Bienne auf – mehr als jeder andere U-20-Talent der National League. Was klingt wie ein Einzelschicksal, entpuppt sich als System: Die Seeländer haben ihren Junioren fast 1.637 Minuten Spielzeit geschenkt, damit liegen sie vor EV Zug und Fribourg-Gottéron auf Platz eins des Rankings, das zeigt, wer in der Schweiz wirklich auf die nächste Generation setzt.

Wo die zukunft sitzt – und wo sie verbannt bleibt

Gleich neun verschiedene U-20-Spieler durften in Zug trainieren, was die Statistik auf 817 Minuten katapultiert. Dahinter folgt Fribourg mit 760 Minuten, angeführt von Verteidiger Ludvig Johnson, der allein 549 Minuten absolvierte und damit mehr Eiszeit kassierte als das komplette Roster des HC Ajoie. Denn die Waadtländer verzichteten konsequent auf Nachwuchs – 0 Minuten stehen in ihrem Block. Für Greg Ireland geht es offenbar nur um Punkte, nicht um Entwicklung.

Die Tabelle wird komplettiert von Teams, die dazwischentaumeln. Lausanne schaffte mit 695 Minuten den Sprung von Rang elf auf vier, weil Basile Sansonnens 44 Einsätze sammelte. Genf mischt den Litauer Simas Ignatavicius durch, der in 52 Spielen sieben Tore erzielte und sich in den Fokus der NHL-Scouts spielt. Und in Davos? Beni Waidacher jagt mit 31 Einsätzen und zwei Treffern schon die Erfahrung, die er nächstes Jahr braucht, wenn die Stürmerriege umkrempelt wird.

Die kehrseite der medaille

Die kehrseite der medaille

Für jeden Breakaway gibt es auch einen Boxenstop. Die ZSC Lions büßten 100 Minuten ein, weil nur Daniil Ustinkov den Sprung schaffte – vier Jahre nach seinem Debüt wartet der Verteidiger weiter auf seinen ersten Scorerpunkt. In Bern purzelte die Quote von 385 auf 55 Minuten, weil die Kaderschmiede plötzlich fehlt. Und die Tigers aus Langnau? Sie züchten auf der zweiten Eisschicht, doch erst drei Youngster wagten den Schritt in die NL – Nik Lehmann durfte prompt jubeln: Sein erstes Tor erzielte er beim 6:0 gegen Fribourg.

Die Botschaft ist klar: Wer jetzt investiert, holt morgen den Gewinn. Der EHC Biel ging trotz Play-out-Aus bereits als Sieger aus der Saison – nicht wegen der Punkte, sondern wegen der Minuten. Denn 1.637 Minuten Jugend-Eiszeit bedeuten gelebte Zukunft statt geleakter Transferliste. Und während Ajoie weiter auf altbekannte Kräfte setzt, bereiten sich in Biel schon die nächsten Blessings vor. Die Uhr tickt – nur die Minuten zählen.