Jokic zaubert nuggets-sieg: 23/17/17 sekunden vor schluss
Nikola Jokic schob die Kugel zwischen drei Suns durch, drehte Handgelenk und Handgelenk um 180 Grad, lies den Ball einmal aufspringen und versenkte ihn mit der linken Hand, als hätte Juan Tamariz ihn persönlich instruiert. 11,5 Sekunden später stand Denver mit 125:124 da, Phoenix starrte auf das Brett, und die MVP-Glocken läuteten wieder.

Die zahlen, die niemandem mehr die sprache rauben
23 Punkte, 17 Rebounds, 17 Assists – Saisonmaximum, Karriererekord Nummer 17 mit mindestens 20/15/15. Das Triple-Double Nummer 29 in dieser Spielzeit, kein anderer hat mehr als 18. „Es passiert einfach“, sagte Jokic und klang, als hätte er gerade Milch eingekauft. Trainer David Adelman zog direkt nach: „Für mich ist er der beste Spieler der Welt.“
Die Nuggets haben damit sechs der letzten acht Spiele gewonnen und liegen nur noch 1,5 Spiele hinter den Lakers auf Platz vier im Westen. Der Playoff-Anzug ist bereits aus dem Schrank, nur der Reißverschluss klemmt noch ein wenig.
Früh gab es Technische gegen Jokic, nach einem Wortgefecht mit Schiedsrichterin Dannica Baroody. Bis zur Halbzeit hatte er trotzdem 15 Punkte, 11 Rebounds und 8 Assists zusammengeschustert – ein Viertel später war das Triple-Dalle komplett. Devin Booker vergab den letzten Dreier, die Suns versanken in Schulterzucken, Denver jubelte sich in die nächste Realität.
Die Liga schaut zu, wie ein Center die Geschwindigkeit des Spiels bestimmt, ohne jemals zu rennen. Jokic dribbelt nicht, er schiebt die Verteidigung wie einen schweren Vorhang zur Seite. Seine Pässe haben die Präzision eines Uhrwerks, seine Rebounds die Lautstärke eines Gongs. Und wenn er den Ball durch die Reuse wirft, wirkt selbst der Korb erleichtert.
Denver liegt jetzt bei 49 Siegen, 33 Niederlagen. Die Tabelle ist kein Gedicht, sondern ein Kommando. Platz drei rückt in Reichweite, und mit jedem weiteren Zaubertrick von Jokic wird die Meisterschaft von 2023 ein kleines bisschen weniger Erinnerung, ein kleines bisschen mehr Drohung.
