Real madrid und barça schlucken fast die hälfte von spaniens fußball-kuchen

Die 42 Klubs von LaLiga verbuchten 2024/25 erstmals mehr als vier Milliarden Euro aus dem Tagesgeschäft – doch fast jeder zweite Euro landet bei zwei Adressen. Real Madrid und der FC Barcelona erhöhten ihren Anteil am Gesamtumsatz auf 47,2 Prozent, vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Zahlen stammen aus dem Intelligence-2P-Report, dem internen Radar der Wirtschaftsprüfer von 2Playbook. Sie zeigen: Der Fußball-Boom nach der Pandemie profitiert vor allem die Großen.

Die champions league ist das turbo-booster

Der Grund liegt in Europa. Weil Madrid die Königsklasse gewann und Barça mindestens bis ins Viertelfinnte stürmte, flossen 56,1 Prozent der spanischen UEFA-Prämien in ihre Kassen – 51,7 Prozent waren es noch im Vorjahr. Die neue Verteilung nach geschäftlichen Erfolgen und Zuschauer-Bonus statt reiner Marktgröße treibt die Schere weiter auseinander. Die übrigen 40 Profiklubs teilen sich die Reste, während sie gleichzeitig versuchen, ihre eigenen Arenen zu füllen und TV-Rechte zu vermarkten.

Ein Blick ins Stadion lohnt sich. Real Madrid nahm trotz Konzert-Ausfällen 290 Millionen Euro ein – Rekord. Allein die Dauerkarten und Mitgliedsbeiträge brachten 64,75 Millionen, zehn Millionen mehr als vor der Pandemie. Die Tageskasse für Liga-Spiele kletterte um 81,4 Prozent auf 92,7 Millionen. Barcelona profitierte von der vorläufigen Rückkehr ins Spotify Camp Nou und kassierte in Montjuïc mehr als je zuvor. Noch fehlen rund 40 Millionen aus Saisonkarten, die nach der Voll-Eröffnung des eigenen Stadions 2025/26 hereinkommen sollen. Der Klub budgetiert dann 225 Millionen Euro Matchday-Erlöse – ein Plus von 29 Prozent.

Der kommerz bleibt der hoffnungsfaktor für den rest

Der kommerz bleibt der hoffnungsfaktor für den rest

Werbeverträge, Namensrechte, Hospitality: Hier können die anderen Klubs zulegen. Der Anteil von Real und Barça am gesamten Sponsoring-Umsatz sank seit 2018/19 von 81,6 Prozent auf 76,9 Prozent. Die Reduktion hört sich klein an, ist aber ein Signal: Je mehr Teams professionelle Strukturen aufbauen, desto attraktiver werden sie für Marken. Die Liga pusht das mit dem CVC-Deal und dem Plan Impulso, der Klubs bei Digitalisierung und Frauenfußball unterstützt.

Trotzdem bleibt die Fernseh-Geldkiste der größte Gleichmacher – und der größte Streitpunkt. LaLiga verteilt die Einnahmen aus dem Inland zwar gerechter als früher, doch der Abstand zwischen Erstem und Median-Klub ist mit dem Faktor 3,1 immer noch der höchste der Top-Ligen. England liegt bei 1,3, Deutschland bei 1,7. Solange Madrid und Barcelona internationale Marken sind, lassen sich ihre Sonderrechte nicht vollständig abschaffen. Die beiden dominieren auch deshalb, weil sie 100 Prozent der LED-Werbezeit verkaufen können – die Konkurrenz muss Slots für zentrale Liga-Partner freihalten.

Die personelle Schere wird dagegen kleiner. Die Löhne beider Giganten machen nur noch 37 Prozent der Gesamtgehälter von LaLiga aus – vor der Pandemie waren es 42 Prozent. Die Schuldenbremse der Liga wirkt. Die Kaderkosten aller Klubs stagnieren seit sechs Jahren bei rund drei Milliarden Euro, obwohl die Einnahmen stiegen. Das Verhältnis Aufwand zu Ertrag liegt bei 60 Prozent – zehn Punkte besser als 2019 und weit unter den UEFA-Limits. Spanien spart, während es wächst.

Die Botschaft ist klar: Wer die Champions League erreicht, kann mitmischen. Wer sie verpasst, muss auf Kommerz und Stadionerlebnis setzen. Real Madrid und Barcelona haben beide Hebel gleichzeitig gezogen – und sich so die beste Ausgangsposition gesichert. Die Frage ist nicht, ob die Liga spannender wird, sondern wer den beiden das Wasser abgraben kann, bevor das neue Finanzregelwerk die Tür wieder weiter öffnet.