Jahn-blues nach wimmer-abgang: remis in saarbrücken rettet nur die statistik

Der SSV Jahn Regensburg stapfte wie betäubt durch die Ludwigspark-Arena. Ein 1:1 beim 1. FC Saarbrücken – das erste Spiel nach dem Rücktritt von Michael Wimmer endete mit einem Punkt, der niemanden wirklich aufrichtet. Zwischen Noel Eichingers Traumtor und Florian Picks spätem Ausgleich lag genau die Unsicherheit, die den Klub seit Tagen lahmt.

Was bleibt, ist ein Zwischenschritt ohne Richtung. Die Mannschaft von Interimstrainer Munier Raychouni rutschte zwar auf Tabellenplatz 13, doch die Lücke zum Relegationsrang schrumpft stündlich. Drei Punkte Vorsprung auf Platz 16, 33 Zähler für Saarbrücken – das ist keine Entwarnung, sondern ein K.o.-Kalkül auf Raten.

Raychouni kopiert wimmer – und kassiert denselben fehler

Raychouni stellte dieselbe Elf auf, die eine Woche zuvor gegen Osnabrück unterging. Das Ergebnis: erneut kein sauberes Build-up, erneut zu viele Zweikampfverluste im Mittelfeld. Phil Beckhoff rutschte für den gesperrten Oscar Schönfelder auf die Sechser-Position, doch ohne Christian Kühlwetter fehlte jemand, der die Zeilen sprengt. Stattdessen lief Regensburg 75 Prozent der zweiten Bälle hinterher – Statistik, die wehtut.

Noch schlimmer: Die frühe Führung durch Eichinger war kein Plan, sondern ein Zufallsprodukt. Ein einziger vertikaler Pass von Marcel Gaus, ein Sprint, ein cooles Finish. Danach schaltete der Jahn auf Verwaltung um, statt das Spiel zu bestimmen. Saarbrücken erlaubte sich 17 Torschüsse, zwei Großchancen nach der Pause. Regensburg antwortete mit genau einem Schuss aufs Tor zwischen der 25. und 65. Minute – ein Beleg für die lahme Offensive.

Pick nutzt die einzige lücke und zwingt regensburg in die defensive

Pick nutzt die einzige lücke und zwingt regensburg in die defensive

In der 65. Minute war es soweit. Pick zog nach innen, ließ Gebhardt stehen und schob flach ein. Die Antwort der Gäste: zwei Doppelwechsel, mehr Kampf als Konzept. Danach plätscherte das Spiel foulig dahin, unterbrochen von Gelben Karten und Flanken, die keinen Abnehmer fanden. Die letzte Großchance hatte sogar wieder Saarbrücken – Keeper Dejan Stojanović rettte gegen den eingewechselten Barylla.

Die Zahlen sind gnadenlos: Jahn-Sechser Beckhoff gewann nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe, die Flügel lieferten keine einzige scharfe Hereingabe aus dem laufenden Spiel. Das Mittelfeld verlor 53 Mal den Ball – ein Rekordwert in dieser Saison. Wer so spielt, darf sich nicht wundern, wenn der Gegner irgendwann trifft.

Platz 13 täuscht – der abstiegsrechner tickt lauter

Platz 13 täuscht – der abstiegsrechner tickt lauter

Die Tabelle lügt selten, aber sie tröstet kurz. Mit 36 Punkten ist Regensburg zwei Zähler über dem Strich, doch die Rückkehr von Kühlwetter steht auf Messers Schneide, Schönfelder fehlt auch gegen Dresden. Das Programm: Darmstadt (Auswärts), Sandhausen (Heim), Dortmund II (Auswärts). Drei Vereine, die mitspielen, statt nur zu überleben.

Sportvorstand Uwe Wolf muss innerhalb von zehn Tagen einen neuen Trainer präsentieren, sonst droht die gleiche Endlosschleife wie vor zwei Jahren. Die Fans sangen beim Abpfiff „Wir bleiben zusammen“, doch die Stimmen klangen hohl. Ein Punkt in Saarbrücken ist kein Paukenschlag, sondern nur das kleinere Übel. Und das reicht hinten und vorne nicht.