Italiens tenniszukunft explodiert: cobolli und darderi schreiben geschichte

Ein Wochenende, das italienische Tennis-Fans mitreißt: Flavio Cobolli und Luciano Darderi gewinnen parallel auf der ATP-Tour – nur zum fünften Mal seit 1968 überhaupt, dass zwei Azzurri in derselben Woche triumphieren. Cobolli springt auf Platz 15, Darderi rückt bis auf Position 21 vor. Und 18-jähriger Federico Cinà schlüpft mit seinem ersten Challenger-Titel schon in die Top-200.

Cobolli zieht mit muskel-motivation

„Ich trage Hulk auf der Haut, damit ich nie vergesse, wer ich bin“, sagte Cobolli nach dem 6:4, 6:3 im Finale von Acapulco gegen Frances Tiafoe. Der 23-Jährige hatte den US-Amerikaner zuvor viermal hintereinander verloren, nun präsentierte er einen Return, der Tiafoes Aufschlag zerlegte. Drei Breaks im ersten Satz, ein frühes Re-Break im zweiten – Cobolli spielte wie entfesselt. Das war kein Glück, sondern Endstation für alle, die ihn noch als „Talent mit Hängern“ abtaten.

Die Quittung: 1000 Punkte, Karrier-Hochststand und die sichere Qualifikation für die ATP Finals. Kein italienischer Spieler war jemals so jung unter den besten 16 der Saison.

Darderi beweist: sand ist sein reich

Darderi beweist: sand ist sein reich

Während Cobolli Hartplatz dominierte, fegte Darderi durch das rote Kleeblatt von Santiago. Fünf Matches, fünf Siege – nur ein Satzverlust im Halbfinale gegen Kecmanovic. Im Endspiel schlug er den topgesetzten Alejandro Tabilo 6:2, 7:6(1). 250 Punkte, Titel Nummer fünf – Darderi verwandelt sich vor unseren Augen vom ewigen Next-Gen-Label zum Konkurrenten für die Top-10.

Die Zahl, die seine Entwicklung auf den Punkt bringt: Er holte 82 % der Punkte hinter dem zweiten Aufschlag. Wer so effizient ist, braucht keine 220 km/h-Bomben.

Cinà schlägt zurück – und justin engel aus den charts

Cinà schlägt zurück – und justin engel aus den charts

In Pune ging es für Federico Cinà um Revanche. Drei Finals, drei Niederlagen 2025 – das nagte. Gegen Felix Gill lag er im dritten Satz 0:5, hatte fünf Matchbälle gegen sich. Dann riss er sich selbst aus dem Stadium, schaffte den Tiebreak 7:1. Der Sicilianer ist jetzt die Nummer 183 – und damit bester U19-Spieler der Welt. Er überholt Justin Engel, der ihn in der Vorwoche in Bengaluru noch gezüchtigt hatte.

Cinà verzichtet auf Miami, stattdessen startet er direkt auf Sand in Barletta. Klare Botschaft: Er will die Top-100-Marke vor dem 19. Geburtstag knacken, nicht nur mitspielen.

111 Titel – und kein ende in sicht

111 Titel – und kein ende in sicht

Seit Adriano Panatta 1971 in Senigallia den ersten Sieg für Italien einfuhr, schraubt sich die Zahl auf 111 ATP-Titel. Cobolli und Darderi trugen Nummer 110 und 111 hinzu. Die nächste Chance folgt schon in Indian Wells, wo sich die beiden nach eigener Aussage „etwas Verrücktes einfallen lassen“ wollen. Man darf gespannt sein – und aufpassen, dass man nicht selbst ins Fadenkreuz der italienischen Erfolgsmaschine gerät.