Italien taumelt nach belfast – vier top-nationen droht wm-blamage
Ein Schock, verpackt in ein 0:1. Nordirland schickt den vierfachen Weltmeister Italien in die Ungewissheit, doch das ist nur die halbe Geschichte. Denn während die Azzurri in Belfast noch jubelten, wartete schon das Los – und es war erbarmungslos.
Statt eines Heimspiels zum Finaleinzug müssenItalien, Polen, Türkei und Dänemark nun auswärts ran. Die Reiseziele stehen fest: Sarajewo, Solna, Prag und Dublin. Kein Platz für Nervenschwäche, kein Lauter-Fans-Feeling, nur kalte Ränge und ein Ticket nach Katar auf dem Spiel.
Warum italien ausgerechnet nach bosnien muss
Die UEFA hatte das Heimrecht für die Finalspiele bereits im November ausgelost – basierend auf der FIFA-Weltrangliste und einem Zufallsgenerator. Für die Italiener bedeutete das: Entwals nach Wales oder eben in die Balkan-Hölle. Die Kugel zog Bosnien-Herzegowina. Polen erwischte Schweden, die Türkei den Kosovo, Dänemark Tschechien. Nur die Tschechen dürfen zweimal daheim bleiben – ein Luxus, der jetzt goldwert ist.
Die Mechanik ist brutal: Wer in der Gruppenphase nur Zweiter wurde, hat kein Heimrecht im Halbfinale. Wer im November schlechter gelost hat, hat auch im Finale kein Zu-Hause. Italien trifft also zweimal das Doppelpech. „Das ist kein Bug, das ist ein Feature“, murrt ein FIGC-Offizieller, der seinen Namen nicht in den Medien lesen will.

Die gruppen sind schon gemalt – wer zieht ein, trifft auf kanada, katar oder die schweiz
Der Sieger von Bosnien gegen Italien rutscht direkt in Gruppe B. Dort warten Gastgeber Kanada, Katar und die Schweiz. Kein Todespool, aber auch kein Kindergeburtstag. Die anderen Sieger landen in Gruppe C (Argentinien, Saudi-Arabien, Mexiko) und Gruppe D (Frankreich, Australien, Dänemark). Die Ausbeutereise beginnt also schon vor der WM.
Während Europas Großmächte zittern, haben sich Bolivien und Jamaika schon für das interkontinentale Play-off qualifiziert. Die beiden FIFA-höchstplatzierten Irak und DR Kongo warten noch im Finale – und dürfen dabei sogar daheim spielen. Ein Regelwerk, das man sich nicht ausdenken kann, wenn man es probiert.
Für Italien heißt es jetzt: Training in Appiano, Blicke nach Sarajewo. Kein Spiel ist in den vergangenen Jahren so viel gestolpert wie dieses. Die Nation, die 2018 verspätet in Russland fehlte, steht wieder mit dem Rücken zur Wand. Die Flugtickets nach Katar liegen bereit – aber der Check-in ist noch offen. Und wenn es schiefgeht, wartet nicht einmal eine Insel der Seligen, sondern nur ein langer Sommer ohne WM-Sound.
