Italia zerbricht in cardiff – quesada redet sich trotz historischer siege raus
31:17 in Cardiff – und das 31:0 nach 50 Minuten. Die italienische Rugby-Nationalmannschaft ist am letzten Sechs-Nationen-Spieltag regelrecht zerplatzt. Was als „Endspiel der Hoffnung“ begann, endete als Demonstration alter Schwächen: Ballverluste in der eigenen Hälfte, verpasste Tackles, eine Line-out-Misere. Die Waliser lachten, die Azzurri schauten betreten in die Kameras.
Quesada zieht bilanz: „wir waren heute schwach, aber das turnier bleibt ein erfolg“
Trainer Gonzalo Quesada stand nach Abpfiff wie ein begossener Pudel vor den Mikrofonen, doch der Argentinier schaltete sofort auf „damage control“. „Wir haben zwei historische Siege eingefahren – gegen Schottland und erstmals seit 2013 gegen England. Vor einer Woche waren wir keine Rugby-Könige, heute sind wir keine Loser. Wir sind auf dem Weg, aber eben noch nicht angekommen.“
Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache: 24% Tackle-Missquote in der ersten Halbzeit, nur 38% Ballbesitz, kein einziger Punkt bis zur 53. Minute. Michele Lamaro, Kapitän und sonst Stimmungskanone, klang wie nach einer Abreibung: „Wir waren inkonsistent, besonders in der Line-out und der Maul-Bildung. Diese Fehler haben Wales direkt auf die Fußspitzen gelegt.“
Doch Quesada schwenkt sofort auf Sommer-PR: „Im Juli geht’s nach Tokio, Auckland und Wellington. Japan, Australien, die All Blacks – das ist das nächste Level. Wer heute denkt, wir seien am Ende, wird im Juni staunen.“

Die große frage: war das ein kollaps oder nur ein ausrutscher?
Der Verband feiert intern bereits die beste Sechs-Nationen-Bilanz seit 2007, doch die Fans sind gespalten. Sozialmedien überschlagen sich mit Hashtags wie #ItaliaRugby e #QuesadaOut. Der Coach selbst bleibt cool: „Wir haben 320 Minuten Hochintensität gespielt, das ist mehr als jemals zuvor. Die Frage ist nicht, warum wir heute nachliegen, sondern wie wir das nächste Mal nach 60 Minuten noch durchstarten.“
Federico Ruzza blickt bereits nach draußen: „Wir haben gelernt, dass wir nicht einmal 21 Punkte verschenken dürfen. Der Rest ist Trainingslager-Futter.“
Die Wahrheit: Italien hat dieses Turnier endlich wieder mitbelegt, statt nur zuzusehen. Doch wer in Cardiff so offen liegt, wird in Wellington regelrecht zerfetzt. Quesadas Sommertour wird der Gradmesser – entweder wird aus der Euphorie eine neue Realität, oder die alte italienische Achterbahn nimmt wieder Fahrt auf.
