Iran droht mit wm-aus: 100 tage vor 2026 bahnt sich historischen boykott an

Die Countdown-Uhr tickt, doch statt Vorfreude herrscht Alarmstimmung. Rund 100 Tage vor dem Eröffnungspfiff der WM 2026 schlägt der Konflikt im Nahen Osten direkt in den Spielplan der FIFA ein. Der Iran, längst für Gruppe G eingeplant, zieht die Notbremse – und der Weltverband steht mit leeren Händen da.

Ahmad Donjamali, Irans Sportminister, schoss die Eskalation am Sonntagabend in ein nationales Live-Studio: „Die korrupte Regierung, die unseren Führer ermordet hat, bietet uns keine Bedingungen für eine Teilnahme.“ Die Worte klingen wie ein endgültiges Ultimatum. Tatsächlich hat der Verband bisher kein offizielles Schreiben an die FIFA geschickt, doch die Signalwirkung ist laut genug. Ein Boykott nach 1950 wäre beispiellos.

Die heimliche repetition: irak und vae bereiten sich bereits vor

Hinter verschlossenen Türen laufen die Szenarien schon heiß. Sollte der Iran springen lässt, muss die FIFA innerhalb von 72 Stunden einen Ersatz aus dem asiatischen Verband benennen. Der Irak steht dabei ganz oben auf der Liste, auch wenn das Team eigentlich noch in die interkontinentalen Play-offs muss. Die Partie gegen Bolivien oder Surinam, für den 1. April angesetzt, soll laut irakischer Führung wegen Luftraumsperrungen verlegt werden. Ein Scheitern im Play-off würde die Jungs von Radhi Shenaishil paradoxerweise direkt ins Turnier katapultieren.

Alternativ kalkulieren die Funktionäre mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die VAE schieden in der Qualifikation knapp aus, gelten aber als politisch stabil und logistisch unproblematisch. Ein kleiner Vorteil: In Nordamerika leben große Exilgemeinden, die Stadien schnell in Fan-Zonen verwandeln würden.

Der preis des protests: millionenstrafe und mögliche sperre bis 2030

Der preis des protests: millionenstrafe und mögliche sperre bis 2030

Ein Boykott würde Teheran teuer zu stehen kommen. Laut FIFA-Regularien fällt eine Sofortstrafe von 275.000 Euro an, wenn ein Verband mehr als 30 Tage vor Turnierbeginn absagt. Kommt der Rückzieher später, klettern die Kosten auf 500.000 Schweizer Franken. Dazu kommen zurückzuzahlende Vorbereitungsgelder und Sponsoringprämien. Noch härter wäre eine Sperre für die WM 2030 – ein Schlag, der iranische Fußballjugend um eine Generation zurückwerfen würde.

Die FIFA schweigt bisher offiziell, doch Insider berichten von Krisenkonferenzen in Miami. Präsident Gianni Infantino will den Fall nicht zur politischen Fußmatte machen, weiß aber: Geht der Iran voran, zieht er die Sportwelt in einen Konflikt, der sich nicht mit gelben Karten lösen lässt.

Am Ende bleibt eine Frage, die lauter wird als jedes Fan-Gesang: Wird am 11. Juni in Mexiko-City die Hymne eines Landes gespielt, dessen Regierung sich selbst außerhalb der Fußballwelt verortet? Die Antwort entscheidet sich nicht im Fernsehen, sondern hinter Kulissen, in denen Diplomatie und Druck sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern – und die Uhr läuft unbeirrbar weiter.