Iraks kriegs-team fliegt nach monterrey – letzte chance gegen bolivien oder suriname
Ein Privatjet, geschlossener Luftraum, Krieg im Nahen Osten – und dazwischen 23 Fußballer, die einfach nur spielen wollen. Am 31. März landet Iraks Nationalteam in Monterrey, um im interkontinentalen Playoff ein Ticket für die WM 2026 zu erkämpfen. Gegner wird entweder Bolivien oder Suriname sein, die drei Tage zuvor in La Paz ihr Duell austragen.
Verband boss dirjal organisiert luftbrücke
„Wir starten Freitagabend, direkt nach dem letzten Liga-Spiel unserer Profis“, sagt Verbandspräsident Adnan Dirjal. Die Aussage klingt simpel, ist aber ein Kraftakt: Weil der irakische Luftraum seit dem 28. Februar gesperrt ist, musste der Verband bei FIFA und bei den Klubchefs anrufen. Ergebnis: Ein Leerflug aus Amman holt die Spieler aus vier Ländern ab, um sie über den Atlantik zu bringen. Die Rechnung dafür zahlt ein Katarer Sponsor, die Logistik koordiniert die FIFA-Einsatzgruppe „Crisis Response“.
Trainer Graham Arnold blickt trotzdem skeptisch. Sein Kaderzirkus der letzten Monate: Stürmer Mohanad Ali fehlt wegen Oberschenkelproblemen, Linksverteidiger Dhurgham Ismail sitzt wegen Visumverzögerung in Istanbul fest. „Wir bauen gerade das zweite Team in zwei Wochen“, sagt der Australier. Trotzdem: Das Ziel ist klar – erstmals seit 1986 wieder eine WM.

Gruppe i wartet mit frankreich, senegal, norwegen
Wer in Monterrey gewinnt, rutscht direkt in die Todesgruppe I. Frankreich gilt als Titelfavorit, Senegal bringt mit Mané und Sarr Tempo, Norwegen hat Haaland. Für Irak wäre es das perfekte Exempel: Sport als Gegenentwurf zu Raketen und Drohnen. Die Fans jedenfalls haben bereits 4 000 Tickets gebucht – Charterflug inklusive.
Die Uhr tickt. In Basra zünden gerade wieder Militälbasen ab, während in der Wüste von Nadschaf Kinder mit einem provisorischen Ball spielen. Für sie ist das Playoff mehr als ein Spiel: Es ist der Beweis, dass ihre Flagge auch jenseits von Krisenkonferenzen zu sehen ist. Wenn der Ball am 31. März rollt, sitzt ein ganzer Kontinent vor den Bildschirmen – und ein Team, das gegen Krieg, Chaos und Klubinteressen einfach nur drei Punkte will.
