Irak droht wm-aus wegen nahostkonflikt und visachaos
Es wäre nach 1986 erst die zweite WM-Teilnahme des Irak überhaupt – und genau diese historische Chance droht jetzt an Botschaftsschließungen und gesperrten Lufträumen zu scheitern. Der Nahostkonflikt hat den internationalen Fußball eingeholt, und zwar mit voller Wucht.
Nationaltrainer sitzt fest, spieler kommen nicht an visa
Das Playoff-Spiel ist für die Nacht auf den 1. April in Mexiko angesetzt. Der Irak würde dort auf Bolivien oder Suriname treffen – eigentlich ein machbares Duell für eine Nation, die sich sportlich verdient hat, an diesem Punkt zu stehen. Aber der irakische Verband kämpft gerade nicht gegen einen Gegner auf dem Rasen, sondern gegen eine Bürokratie, die im Kriegsmodus kollabiert.
Nationaltrainer Graham Arnold sitzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten fest. Der gesperrte Luftraum über der Region macht eine Ausreise schlicht unmöglich. Und das ist noch nicht alles: Spieler und Betreuer scheitern an der Visabeschaffung für Mexiko, weil die zuständigen Botschaften geschlossen sind. Mexiko unterhält im Irak ohnehin keine eigene Botschaft – ein diplomatisches Vakuum, das in normalen Zeiten kaum auffällt und jetzt zum K.-o.-Kriterium werden könnte.

Fifa und afc suchen nach einem ausweg
Der irakische Fußballverband hat Kontakt zur FIFA und zum asiatischen Kontinentalverband AFC aufgenommen. Man sucht gemeinsam nach Lösungen, um die WM-Hoffnungen am Leben zu erhalten. Konkrete Ergebnisse? Bisher keine. Die Zeit läuft.
Sollte der Irak das Playoff tatsächlich bestreiten und gewinnen, würde er in Gruppe I auf Frankreich, Norwegen und den Senegal treffen. Ein Programm, das niemanden schonen würde – aber das wäre das kleinste Problem der Iraker im Moment.
Auch der iran hängt in der luft
Noch dramatischer ist die Lage beim Iran. Die Mannschaft hat sich sportlich qualifiziert und würde in Gruppe G auf Ägypten, Neuseeland und Belgien treffen. Dass das Land tatsächlich bei einer WM in den USA antritt, ist derzeit kaum mehr als eine theoretische Möglichkeit. Der Konflikt macht Planungen zur Makulatur.
Zwei asiatische Nationen, zwei WM-Träume – und ein Krieg, der sich um Fußball schlicht nicht schert. Der Sport hat keine Sonderrechte im Nahen Osten, das zeigt diese Situation mit bitterer Deutlichkeit.