Ipurúa wird zur rückkehr-falle: gil und gutiérrenz bangen vor alten kollegen
Am Samstag steht in der spanischen Segunda División ein Spiel auf dem Programm, das zwei Profis in den Bann zieht – obwohl sie vielleicht gar nicht auflaufen. Iván Gil und Cristian Gutiérrez reisen mit UD Las Palmas nach Éibar, genau dorthin, wo sie vor wenigen Monaten noch ihre Stiefel schnürten. Für den einen endet dort eine Durststrecke, für den anderen beginnt ein neuer Machtkampf.
Iván gil: 469 minuten ruhm, dann abgedreht
Der Mittelfeldspieler aus Sant Boi de Llobregat war im Sommer noch Hoffnungsträger. Elf Partien, ein Tor, viel Lauf – doch seit dem 2. März ist Schluss. Kein Trainer setzt ihn mehr, kein Gegner muss ihn mehr fürchten. Gil trainiert weiter, schwitzt, schweigt. „Er ist ein Vorbild in der Arbeit“, sagt Trainer García Pimienta, der ihn trotzdem draußen lässt. Die Aussicht, in der Anlage, in der er einst applaudiert wurde, nun als Zuschauer zu stehen, nagt an ihm.
Die Zahl 469 steht wie ein Tattoo auf seiner Saisonbilanz. So viele Minuten durfte er ran, bevor die Bank zur zweiten Heimat wurde. Drei Spiele in acht Tagen stehen an – und plötzlich ist wieder von „wichtiger Rolle“ die Rede. Ob das reicht, um das Déjà-vu zu stoppen, bleibt offen.

Cristian gutiérrez: 750.000 euro ablöse, jetzt nur noch edel-reservist
Linksverteidiger Gutiérrez hingen kam als Held zurück. 72 Pflichtspiele für Éibar, ein Aufstieg, ein Name. Die Kanarier zahlten eine halbe Million plus Extras, weil sie ihn als linken Alleskönner brauchten. Doch der Startelfplatz, den er in der Baskenprovinz gelernt hatte, ist seit Wocel ausgebucht. Sergio Ruiz und Mika Mármol blockieren die Flügel. Gutiérrez sitzt, schaut, wartet.
Ipurúa wird für ihn zur Zeitmaschine. Dort wurde er zum Profi, dort kreischten die Fans seinen Namen. Nun droht ihm derselbe Rasen als Mahnmal für einen kurzen Machtverlust. Die Statistik kennt kein Pardon: Null Tore, null Vorlagen in 2024. Die Ablöse, einst ein Bekenntnis, wirkt plötzlich wie ein Preisschild auf der Schulter.
Für Éibar ist das Duell ein Stück Psychologie. Die Fans wissen, dass zwei ehemalige Lieblinge dabei sind – aber vielleicht nur in der Kabine. Für Las Palmas ist es ein Test der Breite. Wer bricht demütigend durch, wer bleibt auf der Strecke? Die Antwort liefert nicht nur drei Punkte, sondern auch ein Stück Selbstverständnis. Denn wer 750.000 Euro auf die Bank drückt, muss irgendwann liefern. Sonst wird Ipurúa zum Spiegel, der mehr Fragen als Antworten zeigt.
