Inter trotzt derby-klatsche: 7-punkte-polster macht chivu noch zum herrn

Mailand zittert, die Nerazzurri nicht. Obwohl Inter im Derby gegen Milan unterging, bleibt der Tabellenführer mit nur noch zehn Spieltagen auf der Uhr sieben Punkte vor Verfolger Napoli. Für Trainer Cristian Chivu ist das eine Schutzmauer, die lauter spricht als jede Pressekonferenz.

Die tabelle lügt nicht – sie schützt

Die Niederlage am zweiten Sonntag im März schmerzt im Brustkorb, doch die Zahlen geben ihr den Tritt. Seit der Saison 1994/95 gewann keine Mannschaft mehr die Meisterschaft, die zweimal den Stadtrivalen unterlag – bislang. Inter kann Geschichte umschreiben und würde als erste Milaner Klubmannschaft dieses Kunststück vollbringen.

Die Argumente für Chivus Ruhe liegen auf dem Rasen. Mit 60 Treffern stellt Inter die beste Offensive der Liga, Lautaro Martínez jagt mit 20 Toren seine persönliche Bestmarke. Dazu kommt ein Restprogramm, das keine Alptraumroute ist: Auswärtsaufgaben bei Lecce und Sassuolo, Heimspiele gegen bereits gerettete Clubs. Die einzige Brocken heißen Roma und Atalanta – beide empfangen die Nerazzurri im Giuseppe Meazza.

Dumfries’ letzter tanz und die racheklausel

Dumfries’ letzter tanz und die racheklausel

Denkwürdig ist diese Endphase auch für Denzel Dumfries. Sein Vertrag läuft aus, das Gerüdelstimmung steigt. Der Niederländer will den Titel als Abschiedsgeschenk, und seine Speed-Duelle auf der rechten Seite sind ein offenes Messer für Gegner, die Tiefe laufen müssen. Die Motivation kommt gratis, die Frage lautet nur: wie lange hält der Motor?

Chivus Spieltag-Konzept ist simpel: erst reagieren, dann verwalten. Die Derby-Pleite war die dritte Saisonniederlage – kein Klub kassierte seltener. Wer so selten rutscht, kann auch mal straucheln, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Die 21 Zähler Vorsprung auf die Außenseiter-Ränge sind ein Polster, das selbst ein Stolperer nicht wegrationalisiert.

Am 29. Spieltag geht’s nach Udine. Drei Punkte dort, und die Meisterschaft wird zur Formalie. Die Curva Nord plant bereits Choreos, die Trikotfabrikanten drucken Stern Nummer zwanzig. Chivu lächelt in Interviews nur noch halb – er kennt die Gefahr, die in lauten Wettervorhersagen steckt. Aber die Zahle 7 bleibt laut, und solange sie das tut, hat der Derby-Schmerz nur die Halbwertszeit einer Pokalrunde.