Inter ohne lautaro stolpert: thuram versenkt den ball – und die meisterschaft
San Siro pfiff sich selbst aus. Der Sonntag begann mit dem Traum vom 2:0, endete mit dem Albtraum eines VAR-Pfiffs und einer Wahrheit, die lauter ist als jedes Buh: Ohne Lautaro Martinez droht der Inter-Express zu entgleisen. Die 1:2-Niederlagegegen Atalanta war kein Schicksal, sondern ein Selbstbedienungsunfall – und Marcus Thuram lieferte die Schlüsselszene.
Der franzose, der vergessen sollte, wie man trifft
Minute 63, Spielstand 1:0. Mkhitaryan schickt Thuram frei vor Carnesecchi. Was folgt, ist ein Nachmittag in Zeitlupe: Der Ball rutscht, Thuram zögert, der Keeper bleibt groß. San Siro atmete einmal tief durch – dann explodierte es. Denn wer in dieser Liga die 2:0-Gelegenheit vergibt, bekommt die 1:2-Quittung. Die Statistik ist gnadenlos: Thuram traf zuletzt am 8. Februar in Reggio Emilia, seitdem 34 Tage ohne Tor. Drei Treffer hat er 2026 geholt, zwei davon zwischen dem 4. und 7. Januar. Danach nichts.
Die Folge: Inter schoss mit Lautaro 2,4 Tore pro Partie, ohne ihn nur 1,25. Die Zahlen sind lauter als jede Pressekonferenz. Coach Chivu stellte Thuram trotzdem auf, zog Pio erst spät, dafür aber Bonny früh. Resultat: doppelte Franzosen-Panik. Bonny wirkte wie auf Feldstoß gejagt, Thuram wie jemand, der das Spiel seiner Mitspieler unterschreiben soll – aber den Stift verloren hat.

Pio als notnagel, lautaro als sehnsucht
Während Thuram die Dämonen seiner letzten Saison wieder aufleben lässt – damals sieben Tore in den ersten sieben Spielen, nur zwei zwischen Dezember und Mai –, wird Pio zum Notanker. Er traf gegen Atalanta, er traf zuletzt oft. Doch ein 20-Jährigerkann keine Titelfront alleine sichern. Die Kabine wartet auf Lautaro, dessen Muskelprobleme die Woche über noch kein Gruppentraining erlauben. Eine Teilnahme gegen Florenz ist offen, Calhanoglu dagegen könnte zurückkehren – ein Trost, aber kein Ersatz für den Captain.
Die Meisterschaft ist noch nicht verloren, aber sie kippt momentan mit jedem verschossenen Thuram-Schuss ein Stück weiter Richtung Mailand-Duell. Inter muss jetzt gewinnen – und zwar mit Thuram, gegen Thuram, trotz Thuram. Sonst bleibt nur die Erkenntnis: Ein Torhüter kann einen Haufen ärgern, aber nur ein Stürmer kann eine Saison retten.
