Infantino: zehn jahre an der spitze – kontroversen und machtspiele
Gianni Infantino blickt auf ein Jahrzehnt als FIFA-Präsident zurück – eine Ära geprägt von enormen Einnahmen, fragwürdigen Entscheidungen und einer zunehmenden Zentralisierung der Macht. Während die Welt sich auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko vorbereitet, wirft der italienische Funktionär lange Schatten und setzt die Verbände mitunter in Schweigen.
Die fifa unter infantino: ein system aus geld und loyalität
Die Ära Infantino ist untrennbar mit einer massiven Steigerung der FIFA-Einnahmen verbunden. Doch dieser finanzielle Erfolg geht einher mit einer Politik, die Kritiker an der Nase führt. Die Vergabe der WM 2034 an Saudi-Arabien, trotz massiver Menschenrechtsbedenken, ist nur ein Beispiel dafür, wie Infantino seine Verbündeten belohnt und abweichende Meinungen unterdrückt. Der DFB, einst kritische Stimme, scheint mittlerweile in Infantinos Machtsystem eingebunden zu sein. Neuendorf, der frühere SPD-Funktionär, hält sich auffällig zurück, während frühere Kritiker wie Rettig schweigen.
Die jüngsten Kontroversen um den FIFA-Friedenspreis für Donald Trump verdeutlichen die Nähe des Weltfußballverbands zu autoritären Regimen. Ein Vorgang, der für den DFB und andere europäische Verbände ein echtes Dilemma darstellt. Die Frage ist: Wie kann der deutsche Fußball seine Werte verteidigen, wenn er gleichzeitig von den finanziellen Vorteilen der FIFA profitiert?

Schweigepflicht und boykottdebatten: der dfb im griff infantinos
Der DFB scheint in einer Schweigepflicht gefangen zu sein. Versuche, politische Themen anzusprechen, werden prompt im Keim erstickt. Die Boykottdebatte im Vorfeld der WM in den USA wurde von Neuendorf mit einer deutlichen Ansage beendet – ein Zeichen dafür, dass der DFB lieber auf Konfrontation verzichtet und die FIFA nicht verärgern möchte. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung fragte zu Recht: „Wo ist Bernd Neuendorf?“
Die FIFA hat unter Infantino eine beispiellose Machtposition aufgebaut. Die Nationalverbände sind von den Geldern des Weltverbandes abhängig, was zu einer fatalen Loyalität führt. Die Kritik an Infantino bleibt daher verhalten, obwohl die Zeichen auf eine Fortsetzung seiner Herrschaft im Jahr 2027 deuten.
Die WM in den USA wird nicht nur ein sportliches Großereignis sein, sondern auch ein Test für die Integrität des globalen Fußballs. Kann der DFB seinen eigenen Werten treu bleiben oder wird er weiterhin Teil von Infantinos Machtmaschine?
