Ignatavicius fällt genau jetzt aus – genf steht mit dem rücken zur wand
Simas Ignatavicius muss genau
das Spiel auslassen, auf das Genf-Servette die ganze Saison zugesteuert hat. Die Liga bestätigte am Dienstag die einstweilige Sperre wegen Slew-Footing – und damit fehlt der Stürmer im möglicherweise letzten Playoff-Auftritt gegen Lausanne HC.Die tat, die alles entscheiden könnte
29. März, Playoff-Viertelfinal, Davos gegen Genf. In einer Scheibenverlusterheit rutsicht Ignatavicius Fabian Heldner mit dem Hinterbein weg – ein klassisches Slew-Foot, erkennbar an der abrupten Rückwärtsrotation des Gegners. Der Schiedsrichter verpasste die Aktion, die Video-Prüfung folgte postwendend. Montagmittag: Die Liga eröffnet ein Disziplinarverfahren. Dienstagabend: Der litauische Angreifer sitzt in der Kabine, während seine Kollegen auf dem Eis ums Überleben kämpfen.
Die Strafe: eine Spielsperre plus 1 300 Franken Buße. Klingt mild, ist es nicht. Weil Genf in der Serie 2:3 zurückliegt, bedeutet jede weitere Niederlage das Aus – und ausgerechnet der Topscorer der ersten Playoff-Runde (3 Tore, 5 Assists) darf nicht mitwirken.

Genf ohne seine playoff-waffe
Coach Craig Woodcroft muss seine Reihen neu mischen. Ignatavicius war neben Daniel Audette und Alexei Pepin die konstanteste Offensiv-Einheit der Servettiens. Ohne ihn droht ein Angriffsloch, das Lausanne sofort zu riechen beginnt. Die Waadtländer haben in dieser Serie bereits bewiesen, wie effizient sie schwache Momente der Genfer nutzen: drei Siege in fünf Spielen, zwei davon in der Happy-Suisse-Arena, wo sonst kaum jemand punkten darf.
Die Zeit drückt. Erst am Dienstagabend um 19.45 Uhr wird klar, ob Genf die Saison verlängert – oder ob die Sperre gegen Ignatavicius das letzte Kapitel eines Playoff-Märchens schreibt, das vor zehn Tagen noch nach Titelchancen aussah.
