Hundehaltung im sommer: leishmaniose-gefahr steigt!
Die sonnigen Sommermonate sind für unsere Vierbeiner oft eine Belastungsprobe. Während wir die warmen Tage genießen, kämpfen Hunde mit Hitze, Sonnenbrand und einer heimtückischen Krankheit: der Leishmaniose. Besonders in den Kanarischen Inseln verschärft sich die Situation dramatisch.

Erste autochthone fälle auf den kanaren
Lange Zeit gingen Tierärzte auf den Kanarischen Inseln davon aus, dass infizierte Hunde die Leishmaniose von außerhalb der Inseln mitgebracht hatten. Doch eine bahnbrechende Studie der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) hat diese Annahme widerlegt. Fast 10 Prozent der untersuchten Hunde – insgesamt rund 800 Tiere – weisen nun Antikörper gegen den Parasiten auf. Die Forschungsgruppe um Professor Alberto Montoya und Beatriz Morales hat nicht nur den Parasiten selbst, sondern auch den Überträger, den Phlebotomussandmücke, auf den Inseln nachgewiesen. Bisher wurden bereits 13 Fälle von lokaler Übertragung auf Gran Canaria registriert – ein alarmierender Trend.
Die Leishmaniose wird durch Parasiten der Gattung Leishmania verursacht, die über die Stiche von Sandmücken übertragen werden. Die Krankheit ist nicht nur für Hunde lebensbedrohlich, sondern auch für den Menschen übertragbar. Faktoren wie Entwaldung, intensive Landwirtschaft und der Klimawandel begünstigen die Ausbreitung der Sandmücken und somit auch der Leishmaniose. Auch der Bau von Staudämmen und Bewässerungssystemen schafft feuchte Lebensräume, die ideale Brutstätten für die Insekten darstellen.
Symptome bei Hunden sind vielfältig und oft schwer zu erkennen. Dazu gehören Haarausfall, insbesondere um Augen, Ohren und Nase, abnormales und schnelles Nagelwachstum, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schuppenbildung, Krusten, schlecht heilende Geschwüre, Nasenbluten und schwere Nierenschäden. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch Blutuntersuchungen und Parasitenuntersuchungen.
Was können Hundebesitzer tun? Die gute Nachricht ist, dass es Möglichkeiten gibt, das Risiko zu minimieren. Regelmäßige Anwendung von antiparasitären Halsbändern und Spot-on-Präparaten ist ein wichtiger Schritt. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch eine Impfung, die einen gewissen Schutz bietet. Die Kombination aus Prävention und regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen ist der beste Weg, um die Gesundheit unserer Hunde zu schützen, besonders in den Sommermonaten. Die Erkenntnisse von den Kanarischen Inseln sollten uns alle wachrütteln und zu erhöhter Aufmerksamkeit führen – auch in anderen Regionen, wo die Leishmaniose bereits endemisch ist.
Die steigende Zahl der Fälle auf den Kanaren unterstreicht die Notwendigkeit, die Überwachung und Bekämpfung der Leishmaniose intensiv zu verstärken. Es bleibt zu hoffen, dass die Forschung weiter voranschreitet und neue, wirksamere Schutzmaßnahmen entwickelt werden, um unsere Hunde und letztendlich auch die menschliche Bevölkerung zu schützen. Denn die Leishmaniose ist nicht nur eine Gefahr für unsere Lieblinge, sondern auch ein wachsendes Problem für die öffentliche Gesundheit.
