Hülkenberg spuckt auf den kalender: mit 39 zum comeback der karriere
Ein 39-Jähriger als Leitwolf in der Formel-1-Revolution? Nico Hülkenberg lacht über Altersfragen und hat Audi-Chef Mattia Binotto hinter sich – der schwört, dass der Emmericher «nie fokussierter» war.
Binotto packt aus: «nico zentriert wie nie zuvor»
Der italienische Technik-Guru kennt die Liga. Nach Ferrari-Seitenwinden sucht er bei den vier Ringen Stabilität. Er fand sie in Hülkenberg. «Er spürt die Chance, endlich den Sprung aufs Podium zu vollziehen», sagt Binotto gegenüber Sport Bild. Die Devise: Erfahrung plus ungebrochene Gier. Das Duo will 2026 angreifen, wenn neue Motoren und Chassis die Würfel neu werfen.
Hinter den Kulissen arbeitet Hülkenberg lautstark mit Zahlen, leise mit Körpersprache. «Er zieht die Crew, ohne große Reden», schwärmt Binotto. 250 Grand-Prix-Starts stecken in seinen Notizbüchern – ein Archiv, das für Audi Gold wert ist. Die Ingenieure liefern Daten, Hülkenberg liefert Gefühl. Daraus entsteht ein Set-up, das schon in den Simulatorläufen den Youngstern davonfährt.

Bortoleto bekommt einen lehrmeister, sainz eine absage
Der 21-jährige Brasilianer Gabriel Bortoleto soll den Feuerkopf geben, Hülkenberg die Bremse. «Gabi ist schnell, lautstark, ein Naturtalent. Aber er braucht jemanden, der ihm zeigt, wo die Grenze zwischen Druck und Durchdrehen verläuft», erklärt Binotto. Für den Rookie ist Hülkenberg ein Lehrbuch auf zwei Beinen – und für Audi ein Versicherungspolice gegen Anfängerfehler.
Die Rechnung geht auch deshalb auf, weil Carlos Sainz plötzlich außen vor ist. Der Madrilene suchte ein Prestigeprojekt, doch Audi setzt auf Kontinuität. «Wir bauen kein Hotel für Piloten, wir bauen ein Team», kommentiert Binotto trocken. Sainz muss sich jetzt zwischen Williams und einem Mittelfeld-Wechsel entscheiden – während Hülkenberg mit 39 Jahren gerade erst seinen zweiten Frühling startet.
Die Botschaft an die Konkurrenz: Wer glaubt, 2026 mit jungen Wilden zu punkten, übersieht den Deutschen, der seit 2010 darauf brennt, endlich als Sieger über die Ziellinie zu rollen. Die Uhr tickt – aber nur für die, die aufgeben.
