Mainz sichert sich die klasse – tietz der schütze, fischer der architekt!
Die Spannung war kaum zu übertreffen, doch am Ende herrschte in Mainz ausgelassene Freude: Zwei Spieltage vor Saisonende hat der 1. FSV Mainz 05 den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Ein verdienter 2:1-Sieg beim Hamburger SV auf dem Millerntor war dabei der Schlüssel zum Erfolg, ein Sieg, der nicht nur die Nerven der Mainzer Fans strapazierte, sondern auch die Stärke des Teams unterstreicht.
Phillip tietz: der mann, der den unterschied machte
Während die Freude über den Klassenerhalt viele Schultern trug, stach ein Name besonders hervor: Phillip Tietz. Der im Januar vom FC Augsburg verpflichtete Stürmer präsentierte sich in Hamburg in Glanzform und war zweifellos der entscheidende Faktor für den Sieg. Hauke Wahl, Innenverteidiger des FC St. Pauli, räumte dies nach dem Spiel bei DAZN offen ein: „Man muss einfach sagen, heute hat bei Mainz Phillip Tietz den Unterschied gemacht. Er hat jeden Ball festgemacht, wir haben keine Lösungen gefunden, das zu verhindern.“
Tietz war nicht nur für seinen unermüdlichen Kampf und seine Zweikampfstärke verantwortlich, sondern auch für die Tore. Bereits in der sechsten Minute brachte er Mainz mit einem präzisen Schuss in Führung. Und auch beim 2:0 war er maßgeblich beteiligt, als er sich gegen Karol Mets behauptete und den Ball zu Silvan Widmer weiterleitete, der letztendlich den Treffer erzielte.
Doch der Sieg war hart erkämpft. Nach seiner Auswechslung in der 84. Minute bangte Tietz mit den Fans, denn St. Pauli zeigte in dieser Phase eine beeindruckende Aufholjagd. „Die restlichen Minuten, die ich auf der Bank war, habe ich nur die Daumen gedrückt“, gestand er.

Urs fischer: der ruhepol, der das ruder herumriss
Die Freude über den Klassenerhalt wird in Mainz sicherlich lange nachwirken, nicht zuletzt, weil die Saison lange Zeit turbulent verlief. Doch unter der Leitung von Trainer Urs Fischer gelang es dem Team, sich zu stabilisieren und das Ruder herumzureißen. „Er hat uns wieder Selbstvertrauen eingehaucht“, lobte Mittelfeldspieler Philipp Mwene. „Er hat sehr detailliert gearbeitet, geschaut, wo wir Schwächen haben und versucht, das für uns zu vereinfachen.“
Mwene betonte zudem die Bedeutung von Fischers Vorbereitung auf die Gegner: „Er hat uns auf jeden Gegner sehr gut vorbereitet und ich denke, dass er großen Anteil am Klassenerhalt hat.“ Der 32-Jährige wirkte nach dem Spiel erleichtert und voller Lob. „Es war eine schwierige Saison für uns, deswegen können wir sehr froh sein.“
Fischer selbst wirkte sichtlich zufrieden, hielt sich aber bei der Siegesfeier eher im Hintergrund. „Ich bin nicht gerade der Party-Löwe und auch nicht mehr der Jüngste“, erklärte er bescheiden. Stattdessen betonte er die Bedeutung des Teamgeists: „Es braucht viele Hände, um so zurückzukommen. Wir haben zu Beginn gesagt, dass wir in diesen vier, fünf Monaten keinen Platz für Eitelkeiten haben. Die Jungs haben es top gemacht.“
Die Mainzer haben gezeigt, dass man auch in schwierigen Zeiten nicht aufgeben darf. Mit einer starken Teamleistung und der klaren Führung von Urs Fischer haben sie den Abstieg vermieden und sich damit eine glänzende Zukunft in der Bundesliga gesichert. Die Zahlen sprechen für sich: Nach dem 13. Spieltag schwebte Mainz fast schon im Abstiegskampf, nun wird gefeiert. Ein Beweis dafür, dass ein starker Wille und Zusammenhalt Berge versetzen können.
