Hsg wetzlar rettet sich mit 22 treffern – abstiegsangst wird zum minden-wunder
33:31 in Minden – ein Ergebnis, das in Wetzlar lauter klingt als ein Pokalsieg. Die HSG kauerte seit Wochen auf dem letzten Tabellenplatz, und plötzlich schlägt sie 22 Mal in 30 Minuten ein. Kein Schreibfehler, sondern die zweite Halbzeit des Jahres.
Palicka raus, suljakovic rein – und die kurve knallt
Andreas Palicka hatte in der ersten Hälfte den Ball kaum berührt, die 5:1-Deckung wirkte wie ein offenes Tor. Sigtryggsson zog die Notbremse, tauschte den Schweden gegen Anadin Suljakovic – und der Bosnier fing urplötzlich alles: acht Paraden, zwei Tempogegenstöße, eine Stadionstimmung im Miniformat.
Die Fans sangen schon zur Pause nicht mehr, sie flüsterten. 11:15, das rettende Ufer 700 Kilometer entfernt. Dann startete Wetzlar einen Lauf, wie er Statistiken sprengt: 22 Treffer in einer Halbzeit gegen eine Bundesliga-Abwehr. „Einfach überragend“, sagte Sigtryggsson, aber seine Stimme zitterte noch, als hätte er selbst mitgeworfen.

Platz 17 wird platz 17 – und trotzdem ist alles anders
Die Tabelle lügt nicht: Wetzlar bleibt Vorletzter. Doch die Lücke zu GWD Minden schrumpft auf zwei Punkte, und das nächste Heimspiel gegen Stuttgart ist bis auf ein paar Stehplätze ausverkauft. Wer jetzt noch Ticket hat, glaubt wieder. Wer keine hat, erfindet neue Geschichten.
Am 28. März warten die Rhein-Neckar Löwen – ein Gegner, der normalerweise keine Gnade kennt. Aber normal war in Wetzlar zuletzt nur noch die Niederlage. Nach Minden gilt: Alles ist möglich, selder ein Wunder. Und Wunder haben in der HSG momentan Lieferzeit 30 Minuten.
Die Saison ist noch lang, der Abstieg noch greifbar. Aber wer 22 Tore in einer Halbzeit schießt, der schießt sich auch dem Grauen davon. Wetzlar ist wieder da – lauter, wilder, lebensgefährlich für jeden, der ihnen jetzt wieder die Hoffnung nehmen will.
