Hrubec und zumbühl lassen die liga verzweifeln: zsc-torhüter-duo stellt die messlatte auf 92,52 %

Die Scheibe zischt, die Lichter flackern – und dann herrscht Stille. Simon Hrubec streckt sich, fängt, friert. 42 Mal in dieser Regular Season ließ er die gegnerischen Sniper ahnungslos zurück. Mit 92,69 % gehaltenen Schüssen ist er die einsame Spitze, doch das eigentliche Urteil kommt erst, wenn man den Backup einbezieht. Robin Zumbühl sammelte in zehn Einsätzen 92,34 % – und schon ist klar: Kein Klub der National League kann im Duell der letzten Verteidiger mithalten.

Warum zürich die playoffs schon vor der ersten bully-angabe gewinnt

Die ZSC Lions starten am Donnerstag ins Viertelfinale gegen Lugano. Das ist Papierform. Die echte Macht aber lauert zwischen den Pfosten. Hrubec und Zumbühl ergeben zusammen 92,52 % – ein Wert, den selbst Davos mit dem verletzten Hollenstein nicht mehr erreicht. Sandro Aeschlimann mag mit 92,52 % Einzelfangquote glänzen, doch ohne Partner auf Augenhöhe bleibt ihm in den Playoffs die Last allein auf den Schultern. Die Lions dagegen dürfen rotieren, ohne je an Sicherheit einzubüßen.

Die Konsequenz: Gegnerische Trainer müssen zwei Spielpläne schreiben. Einer passt auf Hrubecs aggressive Rausforderung, der andere auf Zumbühls ruhige Schritte. Beide Keeper kennen die Serie, beide lieben den Druck. Und beide wissen: Ein schlechter Tag genügt, um die Meisterschaft zu verspielen. Genau deshalb hat Zürich schon gewonnen – zumindest in der Psyche der Konkurrenz.

Das mittelfeld kämpft gegen die eigenen nerven

Das mittelfeld kämpft gegen die eigenen nerven

Hinter den Top-Duos folgt ein Gedränge, das sich mit bloßem Auge kaum trennen lässt. Lugano (92,13 %), Davos (92,32 %) und die SCL Tigers (91,69 %) trennen kaum mehr als einen Prozentpunkt. Doch die Cijfer lügen nicht: Die Tessiner profitieren von Niklas Schlegels 92,28 %, während Joren van Pottelberghe als Backup fast gleichzieht. Die Tigers wiederum verabschieden sich trotz starker Werte in die Ferien – ein Déjà-vu, das Langnau frisst.

Bei den Bernern zeigt Adam Reideborn mit 91,86 % seine beste Saison im SCB-Trikot. Sandro Zurkirchen bestätigt mit 91,19 %, dass er nicht nur für Tribüne und Kaffee zuständig ist. Dennoch fehlen den „Bären“ drei Punkte auf die Playoffs. Die Moral: Ein gutes Torhüter-Duo reicht nicht, wenn das Mittelfeld den Anschlusspfiff verpasst.

Die abstiegsgegner träumen laut

Die abstiegsgegner träumen laut

Unten in der Tabelle flüstert man sich trotzdem Hoffnungen zu. Ajoies Damiano Ciaccio hält 89,7 %, doch der 22-jährige Antoine Keller liefert in 14 Spielen 90,53 % ab – ein Beweis, dass Talent nicht nur in den Grossstädten wohnt. Für den HC Ambri retten Philip Wüthrich und Gilles Senn zwar jeden Tag das Ergebnis, doch 89,74 % reichen nur für den Playout-Final. Das ewige Drama der Leventiner findet seine Fortsetzung.

Die bitterste Bilanz schreibt indes Biel. Harri Säteri bleibt unter 90 % – für einen Import ein Todesurteil. Luis Janett fällt mit 86,18 % durch, und schon steht fest: Der Klub verpflichtet für 2026 Viktor Östlund. Die Konsequenz ist gnadenlos, doch im Seeland kennt man keine Gnade – nur die Uhr, die bis zum Liga-Quali-Termin tickt.

Die unbequeme wahrheit für alle playoff-hoffenden

Die unbequeme wahrheit für alle playoff-hoffenden

Wer jetzt noch glaubt, die Tore würden die Serie entscheiden, schaut in die falsche Richtung. Seit Einführung des Challenge-Formats gewinnen jene Teams, die in entscheidenden Phasen den Schläger ruhen lassen und das Spiel lesen können – und die eben einen zweiten Mann zwischen den Pfosten haben, der keine Lücken risst. Genoni, Aeschlimann, Schlegel – alle brillant, aber alle auf sich allein gestellt. Die Lions dagegen tragen zwei Ass im Ärmel. Solange Hrubec und Zumbühl keinen schwarzen Tag erleben, bleibt jeder Schuss ein Echo: zurück auf dem Stock des Gegners, direkt in die nächste Konterattacke.

Die Playoffs beginnen, die Wahrheit auch. Und diese lautet: Ein Torhüter kann eine Serie retten. Zwei Torhüter auf Spitzenniveau machen sie unverlierbar. Die Liga hat die Rechnung aufgemacht – und die Antwort steht in Zürich zwischen den Pfosten.