Holzinger schlägt mit 7 sekunden vorsprung zu: deutschlands u18-slalom-weltmeister von narvik
Max Holzinger hat in Narvik nicht einfach gewonnen – er hat demoliert. 7,04 Sekunden trennen den 17-jährigen Bayern im Slalom von Rang zwei, eine Differenz, die selbst im Nachwuchsbereich für offene Münder sorgt.

Warum die top-ski-nationen fehlten – und was das über den dsv verrät
Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Norwegen: Kein einziger Athlet aus den Power-Häusern startete in der U18-Kategorie. Für sie zählt nur das U21-Feld, dort klassierte sich Holzinger als 26. – ein Wert, der die Leistungsdichte des deutschen Skiverbandes auf den Punkt bringt.
Dennoch: Ein Titel bleibt ein Titel. Holzinger fuhr zwei fehlerfreie Läufe, ließ den Briten Harrison Atkins und den Slowaken Oliver Tabacko stehen und lieferte dem DSV nach den jüngsten Kritiken von Felix Neureuther und Herren-Cheftrainer Christian Schwaiger zumindest ein Schmankerl zum Aufatmen.
Der SC Rottach-Egern produzierte schon immer Hartgesottene – siehe 2017 Linus Straßer, 2023 sein erstes Slalom-World-Cup-Podium. Holzingers Vorsprung mag durch Abwesenheiten vergrößert sein, doch die Art, wie er die Hänger in Narvik riss, lässt Raum für Hoffnung. Die Frage lautet nicht, ob er irgendwann mit den Großen mithalten kann, sondern wie lange es dauert, bis er sie einholt.
Der Junioren-Weltmeister-Titel bringt 100 Weltcup-Punkte, eine Startplatz-Garantie für die kommende Saison und ein Stückchen Selbstvertrauen, das der DSV dringend braucht. Holzinger selbst schickt nach dem Rennen nur eine knappe Sprachnachricht: „Hauptsache, mein Name steht jetzt in der Liste ganz oben.“
Die Liste der deutschen Slalom-Weltmeister ist seit 2003 unberührt. Wenn er sie in fünf Jahren noch einmal komplettiert, war Narvik der erste Stempel – und nicht nur ein Trostpreis.
