Aicher jagt shiffrin im norwegischen eis: dsv-asse greifen nach letzten kugeln

Kvitfjell/Hafjell – 140 Punkte Rückstand, acht Rennen, ein Ziel: Emma Aicher will Mikaela Shiffrin im Gesamtweltcup noch stürzen. Beim Finale in Norwegen reist das deutsche Speed-Team mit vollem Krawallgepäck an – und hat im Abfahrts-Weltcup echte Kugel-Chancen.

Aicher und weidle-winkelmann: speed-duell unter sich

Laura Pirovano führt mit 436 Punkten, Aicher folgt mit 408, Kira Weidle-Winkelmann schlägt mit 351 noch zu. Drei Deutsche, eine Kugel, null Komfortzone. «Ich fahre meine Linie, dann gucken wir, wer lacht», sagt Aicher, die in Kvitfjell bereits 2023 gewann. Die 23-Jährige kann Slalom, Riesenslalom, Super-G – aber die Abfahrt ist ihre Liebe. Trifft sie die norwegische Eisglatte, kocht das Feld.

Shiffrin bremst sich indes nicht aus. 1 298 Punkte stehen bei ihr, acht Slalom-Siege in neun Rennen, die Disziplinkugel bereits eingepackt. «Emma macht Druck, das ist unglaublich», sagt die US-Ikone und lächelt dabei – wie ein Boxer, der weiß, dass der Gegner zwar schlägt, aber noch nicht ko kann.

Männer ohne deutsche nadel, dafür mit odermatt-show

Männer ohne deutsche nadel, dafür mit odermatt-show

Die deutschen Herren? Fehlanzeige im Speed-Bereich. Simon Jocher ist als einziger DSV-Mann im Super-G dabei – Platz 22 der Weltrangliste, kein Medaillenkandidat, aber ein Gewinner der Nominierung. Marco Odermatt reist dagegen mit drei Kugeln im Reisekoffer an und könnte in Hafjell noch die vierte klauen. 48 Punkte Vorsprung im Riesenslalom, 41 Punkte Rückstand für Atle Lie McGrath im Slalom – die Schweizer Lokomotive dampft weiter.

Für die deutsche Equipe zählt jetzt nur noch Eines: Punkte sammeln, Blicke stehlen, Selbstvertrauen tanken. Lena Dürr startet im Slalom als Neunte, im Riesenslalom als 15. – ihre Chance auf ein Top-Resultat, ihre letzte, um dem aufgeheizten Shiffrin-Aicher-Duell die eigene Geschichte hinzuzufügen.

Termine, tv, temperatur

Termine, tv, temperatur

Vom 21. bis 25. März flimmert Eurosport und HBO Max live aus den norwegischen Bergen. Temperaturen um minus 12 Grad, Eis auf der Piste, Nerven aus Stahl. Wer die finale Abfahrt der Damen am 22. März gewinnt, trägt möglicherweise auch die kleine Kugel nach Hause – und schickt Shiffrin mit nur 140 Punkten Vorsprung in den Sommer.

Das Kapitel «Saison 2025/26» endet mit einem Kribbeln, das bis zum Zielsprung reicht. Aicher sagt: «Ich bin bereit, mein Ski auch mal über’s Limit zu beugen.» Shiffrin antwortet nicht – sie lässt Skifahrten sprechen. Norwegen wird laut.