Dfb knallt bayern-einspruch ab: diaz muss gegen union zuschauen
Der DFB hat den Einspruch des FC Bayern gegen die Gelb-Rote Karte für Luis Diaz abgelehnt. Der Stürmer fehlt am Samstag gegen Union Berlin – und die Münchner müssen nun um die Meisterschaft bangen, ohne ihren treffsicheren Kolombianer.

Schiedsrichter-drama bleibt ohne happy end
Christian Dingert hatte es schon vor Tagen eingeräumt: „Wenn ich die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben.“ Doch Selbstkritik nützt Diaz nichts. Der DFB-Sportrichter Stephan Oberholz verwies in seiner Begründung auf die Härte der Regel: Eine Tatsachenentscheidung dürfe nur korrigiert werden, wenn sie „gravierend, offenkundig und ohne jeden Zweifel objektiv unrichtig“ sei. Diese Hürde sei nicht erreicht.
Für Bayern ein Schlag ins Kontor. Diaz traf in den letzten fünf Spielen viermal, seine Laufwege zerrissen die Gegner pressingsicher. Gegen Union fehlt nun die erste Adresse für vertikale Anspiele. Vincent Kompany muss umdisponieren: Entweder er setzt auf Mathys Tel als Rechtsfuß links, oder er rückt Musiala ins Sturmzentrum und bringt ein zusätzliches Mittelfeld-Pressing.
Die Bayern-Führung reagierte mit sichtbarem Frust. Uli Hoeneß wetterte in der „Bild“ von der „schlechtesten Schiedsrichter-Leistung, die ich je erlebt habe“. Jan-Christian Dreesen forderte öffentlich ein „besseres Niveau“ der Unparteiischen. Doch der Klub wird den zweiten Einspruch innerhalb von 24 Stunden wohl nicht einlegen – die Erfolgsaussichten sind laut interner Einschätzung „unter fünf Prozent“.
Die Zahlen sprechen gegen die Münchner: In den letzten drei Spielen ohne Diaz sank die Torgefahr um 0,38 xG pro 90 Minuten. Union indes reist mit Selbstvertrauen an – die Köpenicker gewannen zwei der letzten drei Gastspiele in der Allianz Arena. Wenn Bayern die Tabellenführung verteidigen will, muss jetzt die ganze Mannschaft treffen. Diaz darf nur zuschauen – und das ist bitter genug.
