Hogan und hart: eine verpasste legende, ein ewiger groll
33 Jahre sind vergangen, seit Hulk Hogan und Bret „The Hitman“ Hart bei WrestleMania IX aufeinander hätten treffen können – ein Match, das Wrestling-Geschichte hätte schreiben können. Stattdessen prägt eine bittere Feindschaft ihre Karrieren und die Erinnerung an eine verpasste Chance.
Der ungespielte titelkampf
Die Geschichte ist so simpel wie schmerzhaft: Bret Hart, der technisch brillante Nachfolger von Hulk Hogan, wurde von seinem Idol nie die gebührende Ehre zuteil. Hogan, der WWE zum globalen Phänomen gemacht hatte, weigerte sich, den Aufstieg des „Hitman“ zu unterstützen, indem er ihm den Titel in einem bedeutenden Match abtrat – ein Brauch, der im Wrestling als „Passing the torch“ bekannt ist. Es war eine Entscheidung, die Hart bis zu Hogans Tod im letzten Jahr nicht verziehen hat.
1993 schien der Moment gekommen zu sein. Hogans Stern sank, belastet durch den Steroid-Skandal, der Vince McMahon in seinen Grundfesten erschütterte. Hart, der deutlich weniger muskulöse, aber technisch versierte Wrestler, wurde zum Champion gekrönt. Doch kurz vor WrestleMania IX kehrte Hogan zurück, und McMahon ordnete an, dass Hart den Titel an Yokozuna verlor – nur um Hogan selbst in einem Blitz-Match den Titel zurückzugewinnen. Ein Verrat, wie Hart es nannte.
„Er versprach mir, es zu machen“, klagt Hart immer wieder. „Er versprach mir, dass er mich in den Ring steigen und gegen mich verlieren würde. Aber er hat es nie getan.“ Die Vorbereitungen waren getroffen – ein gemeinsames Fotoshooting mit dem Titelgürtel stand im Raum. Doch Hogan entschied sich stattdessen für einen weiteren Rückkampf gegen Yokozuna beim King of the Ring, den er unsauber verlor, und verließ anschließend die WWF.

„Hinterhältiger steroid-freak“ – harts bittere worte
Harts Wut ist unversöhnlich. Er bezeichnete Hogan als „doppelgesichtigen, hinterhältigen Steroid-Freak“ und warf ihm vor, aus Angst vor einer Niederlage gegen einen technisch überlegenen Wrestler zurückgeschaut zu haben. Hogan konterte, dass ein Match zwischen Publikumslieblingen Hart eher geschadet hätte, und dass die Übergabe an Yokozuna die beste Lösung für alle gewesen sei – eine Erklärung, die Hart als fadenscheinig abtat.
Die Rivalität reicht tiefer als nur professionelle Eifersucht. Hogan hatte bereits 1992 seinen Titel gegen den ebenfalls als sein Erbe vorgesehenen Ultimate Warrior verloren, und Hart warf ihm vor, seinen eigenen Nimbus immer über das große Ganze gestellt zu haben. Hogan versuchte, die Situation herunterzuspielen, behauptete aber, Hart ein ähnliches Szenario ersparen zu wollen.
Selbst kurz vor Hogans Tod im vergangenen Jahr kam es zu neuerlicher Aufregung, als ein gefälschter Social-Media-Post die Behauptung verbreitete, Hogan habe Harts afroamerikanische Frau beleidigt. Hart, der sich daraufhin öffentlich echtheit des Tweets betonte, ließ aber dennoch durchblicken, dass er Hogan bei einer solchen Äußerung zur Rechenschaft ziehen würde.

Ein vermächtnis der verpassten chancen
„Hulk Hogan hat riesige Fußstapfen hinterlassen, vielleicht die größten, die es je gegeben hat“, räumte Hart in einem Interview ein. „Aber sein Vermächtnis wird dadurch getrübt, dass er nie versucht hat, jemanden aus der Generation nach ihm auf sein Niveau zu heben.“
Die Wahrheit ist: Hogan und Hart haben Wrestling-Fans um eines der größten Duelle in der Geschichte betrogen. Ein Match, das die Welt gesehen haben sollte, blieb ein Traum. Und der bittere Groll zwischen den beiden Legenden zeugt von einer verpassten Gelegenheit, die für immer in den Annalen des Wrestling verbleiben wird. Hogan hat sich letztlich selbst in ein Denkmal aus Egoismus eingemauert, während Hart für immer mit der Verbitterung eines unverdienten Schicksals leben muss.
