Fernandez-debakel: berater schlägt alarm – chelsea steckt in der krise?

Der FC Chelsea steckt mitten im Chaos. Nachdem der Vize-Kapitän Enzo Fernandez für zwei Spiele suspendiert wurde, weil er in einem Livestream Andeutungen über einen möglichen Wechsel nach Spanien machte, schießt nun sein Berater Javier Pastore scharf zurück. Die Strafe wird als völlig unfair bezeichnet – und wirft ein schlechtes Licht auf die Verhaltensregeln des Londoner Klubs.

Die interview-frage, die alles veränderte

Die Suspendierung des argentinischen Mittelfeldspielers, der Chelsea im Saisonverlauf mit acht Toren unterstützt hat, wirft Fragen auf. Im Mittelpunkt steht ein Interview, das Fernandez in einem Social-Media-Livestream gab. Auf die Frage, in welcher europäischen Stadt er am liebsten leben würde, antwortete Fernandez mit „Madrid“. Er betonte, dass ihm die Stadt gefalle und ihn an Buenos Aires erinnere. Ein harmloser Kommentar, der nun weitreichende Konsequenzen hat.

Javier Pastore, selbst ein erfahrener Fußballprofi, sieht keinen Grund für die drastische Maßnahme. „Er hat niemals gesagt, dass er Chelsea verlassen will“, erklärte er gegenüber The Athletic. „Es ging lediglich um die Stadt Madrid, die ihm als lebenswert erscheint.“ Die Reaktion des Vereins erscheint angesichts dieser Aussage unverhältnisäßig.

Doch es gibt weitere Aspekte, die die Situation komplizieren. Fernandez hatte in einem ESPN-Interview seine Zukunft bei den Blues über die laufende Saison hinaus offen gelassen und auch kritische Bemerkungen zum Trainerwechsel im Januar geäußert. Diese Äußerungen könnten zumindest indirekt zu der Suspendierung beigetragen haben.

Trotzdem bekräftigt Pastore, dass Fernandez stets ein „höchst professioneller“ Fußballer sei und sich „immer voll engagiert“ zeige. „Er respektiert die Entscheidung des Klubs, aber wir verstehen die Strafe nicht“, so der Berater. Er weist darauf hin, dass sein Klient sich keinesfalls respektlos gegenüber dem Verein, seinen Mitspielern oder den Fans verhalten habe.

Kader-schwächung in entscheidender phase

Kader-schwächung in entscheidender phase

Die Suspendierung kommt für Chelsea zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Am Samstag steht das Viertelfinale des FA-Cups gegen den FC Port Vale an, gefolgt von einem Premier-League-Duell gegen Manchester City. „Das schwächt Chelsea in einer absolut entscheidenden Saisonphase nur selbst“, kritisiert Pastore. Fernandez, der zu den wichtigsten Spielern des Teams gehört, wird in diesen Partien fehlen.

Die laufende Saison ist für Chelsea alles andere als erfolgreich. Mit lediglich Rang 6 in der Premier League kämpft der Verein darum, sich für europäische Wettbewerbe zu qualifizieren. Ein Abgang von Fernandez im Sommer, wie von Pastore angedeutet, wäre ein weiterer herber Rückschlag.

„Gemessen an Enzos heutigem Leistungsvermögen verdient er ein viel höheres Gehalt als es aktuell der Fall ist“, so Pastore, der bereits angedeutet hat, dass Gespräche über eine Vertragsverlängerung ins Stocken geraten sind. Sollte es keine Einigung geben, „werden wir andere Optionen ausloten.“

Die Situation um Enzo Fernandez ist ein Spiegelbild der aktuellen Unruhe beim FC Chelsea. Ob diese Suspendierung seinen Abschied im Sommer beschleunigt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Verein hat sich mit dieser Maßnahme selbst ins Abseits manövriert.