Hofmeister rast in kanada zum 29. sieg: comeback nach horror-verletzung
Zwölf Hundertstel – nicht mehr als ein Herzschlag – und Ramona Hofmeister wirft die Faust in die Luft. Der 29. Weltcupsieg ihrer Karriere, der erste seit ihrem Beinbruch, ist perfekt.
Die japanerin miki hatte keine antwort
Im kanadischen Val St. Come krachte die 29-jährige Oberstdorferin über die Buckelpiste, während ihre Konkurrentin Tsubaki Miki, diese Winterdominante, mit je zwei Zehnteln Rückstand ins Ziel rutschte. Die Uhr stoppte bei 12 Hundertstel Vorsprung – eine Marginalie, die im Parallel-Riesenslalom zwischen Triumph und Tränen entscheidet.
„Ich liebe es hier einfach“, sagte Hofmeister, noch ehe ihr Atem wieder ganz ruhig war. Die Bahn liegt ihr: 2025 gewann sie in Québec zweimal, nun der Doppelpack zwei Stunden östlich. Kanada ist ihr persönlicher Glücksbringer, das Podest in Val St. Come ihr Wohnzimmer.

Vom rollstuhl zurück aufs podest
Der September war dunkel. Ein Sprungbeinbruch, Operation, Monate auf Krücken. Im Januar erst kehrte sie zurück, Olympia war der Magnet. Livigno endete im Viertelfinale, das Bein noch nicht bereit für 100 %. Nun, sechs Wochen später, läuft das neue Titanplateau in ihrer Stiefelsohle wie geschmiert, und der Beweis steht in Neonbuchstaben auf der Anzeigetafel: Sieg Nummer 29.
Am Sonntag geht’s in Val St. Come weiter, ehe das Finale am kommenden Samstag in Winterberg die Saison einstampft. Für Hofmeister ist das Rennen von morgen schon Nebensache – sie hat bewiesen, dass ihre Karriere nach dem Bruch kein Abgesang, sondern ein zweites Kapitel ist.
