Hoffenheim jagt st. gallens torjäger vogt für 2,7 mio – deal schon fix

Die TSG Hoffenheim schlägt zu, bevor der Markt überhaupt erwacht. Alessandro Vogt, 21, 14-Tore-Mann des FC St. Gallen, wechselt für die festgeschriebene Ablöse von 2,7 Millionen Euro in den Kraichgau. Das bestätigte Geschäftsführer Andreas Schicker am Montagabend vor 1.200 Mitgliedern in der Stadthalle.

Die klausel, die alles entschied

Kein Geheimnis, kein Pokerspiel. In Vogts Vertrag bei den Ostschweizern steht seit letztem Sommer ein Ausstiegspunkt, der bei einer bestimmten Einkaufssumme springt. Die TSG legte das Geld auf den Tisch, St. Gallen musste passen. Der Transfer ist somit keine Option, sondern fix. Medizincheck und Unterschrift folgen noch diese Woche.

Die Zahl 14 ist kein Zufall. So viele Treffer schoss der Aargauer bislang in der Super League, kein Schweizer Teamkollege kommt auch nur in die Nähe. Dazu sechs Einsätze und zwei Buden für die Schweizer U21. Für Hoffenheim ein Glücksfall, denn mit Bebou, Kramarić und Weghorst steht nur ein eingespieltes Sturm-Trio, das Altersschnitt 29. Vogt rüttelt die Hierarchie auf.

Warum genau jetzt?

Warum genau jetzt?

Die Antwort liegt in der Tabelle. Mit 26 Punkten nach 25 Spielen schielt die TSG auf die Europa-League-Plätze, doch die Torausbeute stagniert seit Wochen. Trainer Pellegrino Matarazzo verlangte „eine zusätzliche, dynamische Spitze“, wie er intern formulierte. Vogt passt ins Raster: 1,85 m, explosiv, beidfüßig, hohes Pressing-Volumen.

Die 2,7 Millionen sind für Kraichgauer Verhältnisse moderat. Kein Zehntel dessen, was Leipzig für Sesko zahlte, keine Leihgebühr mit Kaufoption, kein Gehaltsexzess. Sportchef Alexander Rosen setzt auf die Methode „Früher kaufen, später strahlen“. Bekam er 2020 Rutter für 500.000 und verkaufte ihn für 35 Mio, soll Vogt die nächste Rendite-Story werden.

St. gallen kassiert – und trauert

St. gallen kassiert – und trauert

Beim FCSG ging eine Latte runter. Vogt war das Aushängeschild des Saison-Comebacks, seine Tore holten 18 der 33 Punkte. Trainer Leonidas Araz wird nun auf den 18-jährigen Nachwuchs-Stürmer Felix Mambimbi setzen müssen, der erst zwei Ligaspiele auf dem Konto hat. Sportdirektor Alain Sutter: „Wir wollten Alessandro halten, doch die Klausel ließ uns machtlos.“

Für die Fans ein Déjà-vu. Bereits im Winter 2024 riss St. Gallen Top-Talent Bürgy ab, jetzt Vogt. Die Klub-Führung verspricht, die 2,7 Mio in zwei Offensivspieler und eine Infrastruktur-Erweiterung zu stecken. Doch der Schmerz bleibt.

Was vogt bringt – und was nicht

Seine Bewegung ohne Ball erinnert an Volland, seine Chancenverwertung ist besser als die Statistik suggeriert: 14 Tore bei 3,9 xG-Wert, sprich fast kein Verschwenden. Schwächephase: Er trifft nur einmal in den letzten fünf Partien. Kritiker orten Kopfball-Defizite, doch in Hoffenheims flexiblen 3-4-2-1 soll er zwischen die Linien stochern, nicht im Strafraum kopfen.

Die psychische Komponente darf man nicht unterschätzen. Vogt wuchs in Zofingen auf, sprisselt Alemannisch, fühlt sich im Südwesten heimisch. „Ich kenne die Gegend, die Sprache, das Tempo“, sagte er kürzlich beim Schweizer Radio. Das reduziert Anpassungszeit auf null.

Fazit: ein transfer, der beide seiten zwingt

Hoffenheim erhält den ersehnten Jugend-Brandbeschleuniger, St. Gallen einen Luftholen dank Millionen-Einnahme. Die Frage ist nur: Wer trifft mehr bis Mai? Vogt für die TSG in der Bundesliga oder die neuen, noch namenlosen Angreifer des FCSG in der Super League? Die Antwort entscheidet, ob Rosen lacht oder Araz erneut erklären muss, warum der Top-Stürmer fehlt. Die Zeit läuft – und Vogt hat schon den nächsten Flug nach Frankfurt gebucht.