Hoffenheim ii wirft sieg weg: 2:4 gegen essen – pokalfieber trotz kater
Die TSG Hoffenheim II hat sich am 28. Spieltag mit 2:4 (1:1) Rot-Weiss Essen beugen müssen – und dabei das Ergebnis erst in der Nachspielzeit selbst zementiert. Ein Spiel, das wie ein Lehrbuch für „Wie man eine Führung verschenkt“ aussah.
Deniz zeitler trifft – und hoffenheim glaubt, es läuft
21. Minute: Oskar Hencke tanzt Franci Bouebari aus, die Hereingabe wird abgefälscht, Deniz Zeitler schiebt ein. 1:0, die Kurve jubelt, die Kraichgauer dominieren mit 60 % Ballbesitz. Essen wirkt ideenlos, Tino Casali im Essener Tor ein Zuschauer. Doch schon vor dem Seitenwechsel schlägt der erste Blitz ein: Kaito Mizuta lupft, Marek Janssen dreht sich aus 13 Metern zum 1:1. Die Pausenpfiffe klingen wie eine Warnung.
Die zweite Hälfte beginnt wie ausgewechselt. Essen presst höher, Hoffenheim verschläft die erste Viertelstunde. 56. Minute: Ramien Safi hat Platz auf links, Janssen steht am zweiten Pfosten, macht Petersson die Beine lang – 1:2. Die Führung der Gäste ist nicht einmal verdient, aber eiskalt.

Handelfmeter bringt hoffenheim zurück – dann folgt der knockout
Klaus Gjasula faustet im Strafraum, Luka Đurić verwandelt sicher zum 2:2. Kurz sieht es nach Neuanfang aus, doch die TSG bleibt nachlässig. 76. Minute: Lucas Brumme geht ins Laufduell mit Kelven Frees, der ihn von hinten trifft – Foulelfmeter, José-Enrique Rios Alonso lässt Petersson keine Chance. Die Kurve verstummt, die Bank schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.
In der Nachspielzeit trägt Torben Müsel den Ball 40 Meter unbedrängt, keine Zweikampfführung, kein Gegenpress – 2:4. Die Essener Fans skandieren „Aufstiegsfeier“, die Hoffenheimer Anhänger verlassen früh das Stadion. Mit 35 Punkten bleibt die TSG auf Rang 13, zehn Zähler über dem Strich – klingt beruhigend, wirkt aber nicht mehr.

Stuttgart ii wartet – und die lücken sind offen
Am Sonntag (15.3., 13:30 Uhr) geht’s nach Stuttgart II – ein Baden-Württemberg-Duell, das plötzlich Nachspann verspricht. Die Defensive kassierte in den letzten drei Spielen acht Gegentore, die Führungen halten kaum noch 15 Minuten. Wer die TSG derzeit live sieht, erkennt Talent, aber keine Reife. Die 3. Liga ist kein Entwicklungsprogramm, sondern ein Schleifstein. Und Essen? Die Ruhrpott-Truppe schnüffelt am Relegationsplatz – und weiß jetzt, wie man Hoffenheim bluten lässt.
Die Saison ist noch nicht gerettet, nur weil die Abstiegszone zehn Punkte entfernt liegt. Die nächste Pleite kann die Tür wieder öffnen. Hoffenheim II muss lernen, dass Führungen keine Garantien, sondern Rohstoffe sind – und die verbrannten 90 Minuten gegen Essen das beste Beispiel dafür, wie schnell sich Selbstvertrauen in Selbstzweifel wendet.
