Melsungen demütigt wetzlar: derby-klatsche mit allendorf-drama
38:32 – die Zahlen brennen sich ins Mittelhessen. Die HSG Wetzlar kassiert im Abstiegs-Duell gegen MT Melsungen eine Derby-Demontage, und die Geschichte hat einen Namen: Michael Allendorf. Der neue Sport-Geschäftsführer der HSG, Anfang Oktober von genau diesem Gegner freigestellt, steht nach dem Schlusspfiff mit leeren Händen da. Sein Ex-Club feiert, seine neue Heimat verzweifelt.

Derby-feuer vor dem anwurf
Die Rivalität war angezündet, bevor der Ball rollte. Allendorf, einst Spielmacher, nun Manager, musste Melsungen verlassen – und traf dort gleich wieder auf alte Weggefährten. Die MT nutzte die emotionale Brisanz gnadenlos aus. Nach elf Minuten lag Wetzlar bereits 4:8 hinten, weil nur Stefan Cavor aus dem Rückraum traf, der Rest der HSG blass blieb. Lücken im Abwehrverbund, keine klare Linie, zu viel Einzelaktion.
Die Pause brachte keine Wende. 14:21 stand es zur Halbzeit, und Allendorf sprach ins Mikro: „Ich habe nicht erwartet, dass es zur Pause so deutlich ist.“ Seine Worte hallten ungenutzt. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Wetzlar die zweite Garnitur. Melsungen spielte sich in einen Rausch, gab sogar Erik Balenciaga und Aaron Mensing ihr Comeback nach langen Verletzungen – ein Schlag ins Gesicht der Gastgeber.
Schiedsrichter-Kritik bleibt aus
Kurios: Der Deutsche Handballbund hatte mit Fabian Friedel und Rick Herrmann zwei Leipziger ans Gespann gesetzt – genau die Beobachter, die auch Abstiegskonkurrent SC DHfK Leipzig interessieren. Doch die Leipziger leiteten souverän, ohne Fehlentscheidungen, ohne Skandal. Die Niederlage war hausgemacht.Mit nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen rutschen die Mittelhessen tiefer in den Abstiegsstrudel. Die MT Melsungen dagegen festigt den sicheren Mittelfeldplatz und kann über Weihnachten beruhigt durchatmen. Für Allendorf bleibt die Erkenntnis: Der Neuanfang wird rauer als gedacht. Die Liga wartet nicht auf Rachegefühle – sie bestraft sie sofort.
