Hoeneß zerlegt schiri – rolfes lacht nur noch

Uli Hoeneß hat sich nach dem 1:1 in Leverkusen in einen Rausch geschrien, der selbst aus der Ferne noch schäumt. Für Bayer-Sportchef Simon Rolfes ist die ganze Aufregung nur ein Nebengeräusch auf dem Weg zum Arsenal-Viertelfinale.

Der älteste trick der liga

Der älteste trick der liga

Der Ehrenpräsident des FC Bayern wetterte gegen Christian Dingert und sein Team, nannte es die schlechteste Leistung, die er je gesehen habe. Der DFB winkt ab, der Gegner auch. Rolfes, 44 Jahre jung, 28 Jahre jünger als Hoeneß, sagt trocken: „Nein, den verstehe ich nicht.“ Er habe schon ganz andere Spiele gesehen, solche ohne Spielfluss, ohne Torraumszenen, ohne echte Zweikämpfe. Leverkusen habe einfach weitergespielt, während München am Boden lag und nach Luft griff.

Die Bayern wollen die Gelb-Rote Karte für Luis Diaz anfechten, obwohl die Bilder eine klare Schwalbe zeigen. Rolfes zuckt mit den Schultern: „Da fragst du besser die Bayern selbst.“ Die Wahrheit ist simpel: Wer zwei Tore durch VAR-Aufhebungen verliert, sucht eben einen Sündenbock. Der Schiri wird zum Ventil für eine Saison, die nur noch über das internationale Geschäft zu retten ist.

Der DFB schützt Dingert, spricht von „korrekten oder zumindest vertretbaren“ Entscheidungen. Die Ampelkarte bleibt die einzige Delle im Protokoll. Der Rest ist Emotion – und die zahlt sich nicht in der Tabelle ein. Während Hoeneß noch brüllt, fliegt Leverkusen nach London. Dort wird nicht gejammert, sondern gewonnen. Die Bayern bleiben zurück mit einem Punkt, einem Aufreger und dem alten Gefühl, dass die Welt sich gegen sie verschworen hat. Rolfes wird sich das Video vielleicht noch einmal ansehen – und dann lacht er leise weiter.